Metianu, Ioan (1828-1916), Rumänisch-orthodoxer Erzbischof und Metropolit

Metianu Ioan, Erzbischof und Metropolit. * Zernescht (Zărneşti, Siebenbürgen), 9. 5. 1828; † Hermannstadt (Sibiu, Siebenbürgen), 3. 2. 1916. Stud. orthodoxe Theol. in Hermannstadt, war 1853–57 Pfarrer in Rosenau, 1857–74 in Zernescht, 1858–74 Erzpriester, 1874/75 Bischofsvikar in Großwardein, 1875–98 Bischof von Arad, 1899–1916 Erzbischof von Hermannstadt und Metropolit der orthodoxen Rumänen in Siebenbürgen und Ungarn. M. war 1864–73 ein enger Mitarbeiter des Metropoliten Şaguna, mit dem er einen ausgedehnten Briefwechsel führte. Als Erzpriester und später als Bischof von Arad organisierte M. zahlreiche rumän. konfessionelle Elementarschulen und unterstützte den Bau von Kirchen. Er gründete in Arad eine rumän. Mittelschule für Mädchen und in Beiuş ein Internat für rumän. Schüler, eine Druckerei und das Bl. „Biserica şi scoala“ (Kirche und Schule). Er erbaute ein neues pädagog.-theolog. Inst. in Arad und rief eine Stiftung für arme Pfarrer und Pfarrerswitwen sowie andere soziale Einrichtungen ins Leben. Als Metropolit förderte und leitete M. den Bau der Kathedrale in Hermannstadt (1902–06), eines neuen pädagog.-theolog. Inst., mehrerer Kirchen, rumän. Schulen und Pfarrhäuser. Er unterstützte die Z. „Telegraful Român“ und die Arbeit der ca. 800 konfessionellen Schulen.

W.: Abhh., Reden und Predigten in Z., u. a. in Biserica şi scoala, Telegraful Român.
L.: N. Fr. Pr. vom 5. 2. 1916; Revista teologică 31, 1941, S. 176 ff.; Mitropolia Ardealului 11, 1966, S. 23 ff.; Das geistige Ungarn; Révai.
(M. Păcurariu)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 28, 1974), S. 247
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