Metzger, Max Josef (1887-1944), Schriftsteller und Reformer

Metzger Max Josef, Schriftsteller und Reformer. * Schopfheim (Baden), 3. 2. 1887; † Brandenburg-Görden, 17. 4. 1944 (hingerichtet). Lehrersohn; stud. Phil. und kath. Theol. in Freiburg i. Br. und Freiburg (Schweiz). 1911 Dr. theol. und Priesterweihe. Wirkte dann als Kaplan in Karlsruhe, Mannheim und Oberhausen. 1914/15 Div.Pfarrer in Frankreich. Kam durch J. Ude nach Graz, wo er bis 1928 wirkte. Leiter des österr. Kreuzbundes „Volksheilszentrale zur Lebens- und Gesellschaftsreform auf katholischer Grundlage“. Beeindruckt durch die Kriegserlebnisse, gründete M. 1917 gem. mit P. F. Stratmann OP den „Friedensbund Deutscher Katholiken“ (dessen Leiter er bis zum Tod blieb), verfaßte ein internationales religiöses Friedensprogramm und war Mitbegründer der „Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz“, die später in „Christkönigsgesellschaft“ (Societas Regis Christi) umbenannt und von Graz nach Meitingen b. Augsburg verlegt wurde. Auf Grund seines von Benedikt XV. anerkannten Friedensprogramms wurde er Sprecher auf internationalen Friedenskongressen, sprach als erster Dt. 1921 in Paris vor dem „Internationalen Demokratischen Kongreß“ und stiftete im selben Jahr die „Katholische Internationale“ für urchristliche Persönlichkeitserneuerung und strengste Askese. Auf der Friedenskonferenz in Lausanne begann M. mit ökumen. Gesprächen und widmete sich intensiv als „Bruder Paulus“ in der von ihm 1938 mitbegründeten Bruderschaft „Una Sancta“ der Einheit der Christenheit und anderen Friedens- und Sozialwerken. 1934 wurde er von der Geheimen Staatspolizei überwacht und 1939 vorübergehend gefangengesetzt. 1943 wieder eingekerkert, wurde M., der ab 1940 in Berlin gelebt hatte, schließlich hingerichtet.

W.: Abstinenz oder Mäßigkeit, 1912; Vaterländ. Friedensarbeit, 1917; Der Feind und die Zukunft Österr., 1917; Der Weltkrieg-Bankrott oder Triumph des Christentums, 1917; Rassenhaß oder Völkerfriede, 1917; Klassenkampf oder Völkerfriede, 1917; Friedensarbeit und Nüchternheitsbewegung, 1917; Die Trinkerfürsorge und ihre Organisation, 1920; Seelsorgehilfe durch Laiendiakonat, 1922; Die kath. Internationale, 1922; Seelsorgenot und Seelsorgehilfe, 1926; Gefangenschaftsbriefe, hrsg. von M. Laros, 1947, 2. Aufl., hrsg. von H. Bäcker, in: Una Sancta Bücherei 1, 1948; Für Frieden und Einheit, Briefe aus der Gefangenschaft, 1964; etc. Hrsg.: Kath. Missionsruf, 1923–28; Der Ruf zur Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe, 1927–29; Lebensschule der Hl. Schrift (Reihe), 1934 ff.; etc.
L.: Una Sancta, 1964, H. 2; W. W. Baumeister, M. J. M. Ein Herold Christi des Kg., in: Lebensschule der Gottesfreunde 61, 1951; L. Stevenson, M. J. M., Priest and Martyr (mit Auswahl aus W.), 1952; F. Siegmund-Schultze, M. J. M. Märtyrer der Una Sancta, in: Ökumen. Profile 4, 1955; G. Reimann, In memoriam Dr. M. J. M. (Bruder Paulus), 1960; F. Kloidt, Verräter oder Märtyrer, 1962, S. 86 ff.; P. Buchholz, Der Seelsorger von Plötzensee, 1964, S. 56 f.; G. Reimann, Zum 25. Todestag von Dr. M. J. M., 1969; K. Dobrisch, Wider den Krieg, Dokumentationsber. über Leben und Sterben des kath. Geistlichen Dr. M. J. M., 1970; B. M. Kempner, Priester vor Hitlers Tribunalen, 1966, S. 273 ff.; M. Möhring, Täter des Wortes, 1966; Buchberger; Mitt. Christkönigs-Inst., Meitingen, Diözesanarchiv, Freiburg i. Br. (beide BRD).
(F. Loidl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 28, 1974), S. 252
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