Miethke(-Gutenegg), Otto Maria (1881-1922), Maler, Graphiker, Illustrator und Schriftsteller

Miethke (-Gutenegg) Otto Maria, Maler, Graphiker, Illustrator und Lyriker. * Wien, 13. 3. 1881; † Wien, 8. 3. 1922. Sohn des Wr. Kunsthändlers und Galeriebesitzers Hugo Othmar M. († 1920); stud. 1901/02 an der Wr. Kunstgewerbeschule bei K. Moser, dann bei Knirr in München, 1912–18 in England, wo er ab 1914 interniert war. Als Zeichner von Beardsley und Rops beeinflußt, erfand seine Phantasie groteske Darstellungen schauerlicher Pikanterien, oft mit sozialer Pointe und erot. Anspielung. M., der das Zeitalter der Romantik karikierte, schuf Ölbilder, Aquarelle und Radierungen. Man kann ihn zu den Vorläufern der „Phantastischen Realisten“ rechnen.

W.: Die Alten; Die Lesbierin; Das Nachtcafé; Der Tod; Mammon; Der Weg ins Dunkle; Die Kupplerin; Selbstporträt; Durch die Kugel; O. M. M., Ausgewählte Werke (Bilder, Skizzen und Gedichte) aus dem Nachlaß, 1926; etc. Illustrationen zu: Die Opale, 1907; F. Sollogub, Buch der Märchen, 1908; V. Brjussoff, Die Republik des Südkreuzes, 1908.
L.: Kunst und Kunsthandwerk 10, 1907, S. 312 f.; Bénézit; Thieme–Becker; Kollektiv-Ausst. O. M. M.-G. Kunstsalon Zimmermann, München, 1906 (Katalog), Sezession, Wien 1924 (Katalog).
(R. Schmidt)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 28, 1974), S. 273
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