Migotti, Adolf (1850-1886), Mathematiker und Alpinist

Migotti Adolf, Mathematiker und Alpinist. * Wien, 10. 10. 1850; † nächst der Mandron-Hütte in der Adamellogruppe, 15. 8. 1886 (tödlich verunglückt). Sohn eines Kaufmanns; absolv. die Ingenieurschule 1867–72 und arbeitete anschließend als Ing. Während seiner Freizeit stud. er an der Univ. Wien Mathematik und legte 1879 die Lehramtsprüfung aus Mathematik und darstellender Geometrie ab. 1880 Habil. an der Techn. Hochschule Wien, 1883 (Dr. phil.?) ao. Prof. an der Univ. Czernowitz. Ab 1876 Bergsteiger, der seine oft bedeutenden Touren – die meisten allein ausgeführt – verheimlichen wollte, so daß er als Bergsteiger weithin unbekannt blieb.

Erste Begehungen: Grat von der Speckkarspitze zur Bettelwurfspitze (1880), Karwendelgebirge; Cima d’Ambies von Norden und Cima Tosa von Südwesten (beide 1886), Brentagruppe. Gelegentliche Begleiter: L. Purtscheller, J. Reichl und K. Schulz. W.: Über die Strictionslinie des Hyperboloides als rationale Raumcurve vierter Ordnung, in: Sbb. Wien, math.-nat. Kl., Bd. 80, Abt. II, 1880; Zur Theorie der Kreistheilungsgleichung, ebenda, Bd. 87, Abt. II, 1883; Aufstellung einer Differentialgleichung . . ., ebenda, Bd. 94, Abt. 1, 1887; etc.
L.: Wr. Abendpost vom 16. 8. 1886; ÖAZ, 1886, S. 207; ÖTZ, 1886, S. 200; Mitt. DÖAV, 1886, S. 208, 211 ff.; Annuario biografico universale 3, 1887, S. 168 f.; Poggendorff 4; G. Gröger–J. Rabl, Die Entwicklung der Hochtouristik in den österr. Alpen, 2. Aufl. 1890; EOA; Festschrift der Univ. Czernowitz, 1900, S. 106; Die k. k. Techn. Hochschule in Wien 1815–1915, red. von J. Neuwirth, 1915, S. 355; WB; Grundwald, n. 2294.
(R. Hösch)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 28, 1974), S. 274
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