Minutillo, Franz Frh. von (1840-1916), Admiral

Minutillo Franz Frh. von, Admiral. * Nyiregyháza, Kom. Szabolcs (Ungarn), 4. 1. 1840; † Graz, 9. 1. 1916. Absolv. die Marineakad. in Triest, aus der er 1857 als Kadett ausgemustert wurde. Nach Teilnahme an einer Expedition nach Marokko machte er den Krieg von 1859 auf der Korvette „Erzherzog Friedrich“ vor Venedig mit. 1860 zum Linienschiffsfähnrich befördert, kommandierte M. 1862 den Dampfer „Hentzi“, 1864 war er Personaladj. des Eskadrekmdt. Kontreadmiral Wüllersdorf in der Nordsee. Die Seeschlacht bei Lissa, 1866, machte M. als Linienschiffslt. und Personaladj. Tegetthoffs auf der Panzerfregatte „Ferdinand Max“ mit, wobei er sich bes. durch die Eroberung der Flagge des „Palestro“ (er wurde dabei schwer verwundet) auszeichnete. 1868–71 auf der Fregatte „Donau“ als 2. Off. eingeschifft, machte er die Expedition nach China, Japan und Südamerika mit, 1871–73 war er als Komp.Kmdt. beim Matrosenkorps eingeteilt. Nach verschiedenen Einschiffungen in den folgenden Jahren diente M. 1880/81 beim Marine-Detachement in Budapest, 1881/82 war er als Korvettenkapitän Kmdt. des in Dalmatien stationierten Kanonenbootes „Sansego“, wobei er 1882 an der Aufstandsbekämpfung teilnahm. Nach einer Verwendung als Leiter des Art.Unterrichts auf dem Schulschiff „Novara“, 1882–84, wirkte M. 1884–87 in der II. Geschäftsgruppe der Marinesektion des Kriegsmin., ab 1885 leitete er hier als Fregattenkapitän die IV. Abt., welche die Angelegenheiten des Schiffs- und Maschinenbaus und der Art. zu behandeln hatte. 1888 als Linienschiffskapitän beim Seearsenal in Pola in Verwendung, war M. 1889–92 Kammervorsteher bei Erzh. Leopold Ferdinand (= Leopold Wölfling), 1892/93 kommandierte er die Fregatten „Radetzky“, dann „Kronprinzessin Erzherzogin Stephanie“, 1894 wurde er nach einer kurzen Verwendung als Stellvertreter des Seearsenalkmdt. Kmdt. einer Schiffsdiv. (Kontreadmiral). 1895 dem Hafenadmiralat Pola zugeteilt, wirkte M. bis 1898 als Seebezirkskmdt. in Triest, dann kommandierte er eine Eskadre (Vizeadmiral). 1899–1910 wirkte M. als Präses des Marinetechn. Komitees und 1901–05 als Hafenadmiral und Kriegshafenkmdt. in Pola. 1904 Admiral, Geh.Rat, 1905 i. R.

L.: N. Fr. Pr. vom 29. 8. 1905, 10. 1. 1916 und 11. 1. 1916; Die Reichswehr vom 8. 10. 1904; Die Vedette (Beilage zum Fremden-Bl.) vom 12. 4. 1905; V. Frh. v. Kalchberg, Auch Einer, in: Die Flagge, Jg. 11, 1916, n. 7/8, S. 94 f.; H. Bayer v. Bayersburg, Österr. Admirale 1867–1918, in: Österr.-Reihe, Bd. 154/156, 1962, S. 116 ff.; Der oberste Kriegsherr und sein Stab, hrsg. von A. Duschnitz und S. F. Hoffmann, 1908, Marine, S. 9; W. Wagner, Die obersten Behörden der k. u. k. Kriegsmarine 1856–1918, in: Mitt. des Österr. Staatsarchivs, Erg. Bd. 6, 1961, S. 142; Révai; KA Wien.
(R. Egger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 29, 1975), S. 312f.
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