Mödlinger, Josef (1848-1927), Sänger

Mödlinger Josef, Sänger. * Leoben (Stmk.), 3. 2. 1848; † Berlin, 14. 4. 1927. Sohn eines Kürschnermeisters; stud. an der Univ. Graz Philol., war aber nebenbei als Cellist im Orchester des Grazer Landestheaters tätig und bildete bei der Gesangpädagogin L. Weinlich-Tipka seine Stimme weiter aus. Nach zweijährigem Gesangstud. debut. er am Stadttheater Zürich und ging dann an das Hoftheater in Mannheim, wo er viele Jahre erfolgreich wirkte. 1890 folgte er einem Ruf an die Berliner Hofoper, der er über 20 Jahre lang als beliebter und gefeierter Künstler angehörte. M. leistete während seiner Laufbahn nicht nur in ernsten und dämon., sondern auch in heiteren Partien Hervorragendes. M. war der Bruder des Schauspielers Anton M. (1854–1921) und des Schauspielers, Sängers und Regisseurs Ludwig M. (1843–1912).

Hauptrollen: Osmin (W. A. Mozart, Die Entführung aus dem Serail); Sarastro (ders., Die Zauberflöte); Marcel (G. Meyerbeer, Die Hugenotten); Kaspar (C. M. v. Weber, Der Freischütz); Rocco (L. v. Beethoven, Fidelio); Kg. Heinrich (R. Wagner, Lohengrin); Landgf. (ders., Tannhäuser); Hunding (ders., Die Walküre); Hagen (ders., Götterdämmerung); etc.
L.: Südost-Tagespost vom 3. 2. 1973; Dt. Bühnenjb., 1928, S. 107; Eisenberg; O. G. Flüggen, Großes biograph. Bühnenlex. der dt. Theater, 1892; Kosch, Theaterlex.; Wer ist’s? 1905–14.
(E. Marktl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 29, 1975), S. 338
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