Mörl, Maria Theresia von (1812-1868), Stigmatisierte

Mörl Maria Theresia von, Stigmatisierte. * Kaltern (Südtirol), 16. 10. 1812; † ebenda, 11. 1. 1868. Tochter eines Gutsbesitzers; kränkelte ab dem 18. Lebensjahr und litt u. a. an zeitweiser Blindheit, Starr- und Lungenkrämpfen und nahm kaum Nahrung zu sich. Ihre ab 1832 auftretenden Visionen und die Stigmatisierung (1834) erregten so großes Aufsehen, daß an manchen Tagen bis zu 3000 Menschen nach Kaltern kamen, um sie zu sehen. M. wurde u. a. von Görres, Brentano, Steinle, Möhler, Döllinger, Reisach und Ketteler besucht. 1841 übersiedelte sie in das Tertiarinnenkloster in Kaltern. Als Mitgl. des 3. Ordens des Hl. Franziskus wurde sie seelsorglich von P. K. Soyer OFM betreut. Nach langem Leiden starb sie an Blutzersetzung. Die amtlichen Berichte über sie befinden sich im Staatsarchiv Bozen; eine neuere krit. Biographie gibt es nicht.

L.: Dolomiten vom 11. 1. 1958; Hist. polit. Bll. 61, 1868, S. 449 ff.; A. Riccardi, L’estatica di Caldaro nel Tirolo, M. de M., relazione storica, 1936; M. v. Buol, Ein Herrgottskind, 1927; J. M. Höchst, Träger der Wundmale Christi 2, 1952, S. 148 ff.; J. J. Hansen, Lebensbilder hervorragender Katholiken des 19. Jh., 3. Aufl. 1, 1927, S. 33; Buchberger; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; J. Görres, Christliche Mystik 2, 1837, S. 494 ff., 3, 1840, S. 468 ff.; J. E. Wackernell, B. Weber und die Tirol. Litteratur 1800–46, in: Quellen und Forschungen zur Geschichte, Litteratur und Sprache Österr. und seiner Kronländer 9, 1903; F. Schumacher, G. Frh. v. Giovanelli, in: Schlern-Schriften, Bd. 18, 1930; J. Di Pauli, A. Frh. v. Di Pauli, ebenda, 19, 1931; W. Baum, J. Görres und Südtirol, in: Der Schlern, Bd. 45, 1964, S. 354 ff.
(W. Baum)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 29, 1975), S. 340
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