Mörzinger, Johann (1869-1944), Seelsorger, Publizist und Organisator

Mörzinger Johann, Seelsorger, Publizist und Organisator. * Imbach (NÖ), 30. 6. 1869; † Wien, 22. 4. 1944. Sohn eines Lehrers; stud. in St. Pölten kath. Theol., 1892 Priesterweihe; wirkte dann als Seelsorger, zuletzt ab 1907 in der Landesheilanstalt „Am Steinhof“ in Wien. 1914 schied er aus der Diözese St. Pölten aus, 1923 i. R. M. entfaltete als Kanzelredner, Schriftsteller, Schriftleiter, Organisator und Gründer verschiedener religiöser Werke eine äußerst vielseitige Tätigkeit (Kinderkreuzzug, Kindertagungen, über 100 in Österr. und in der Schweiz mit bis zu 10.000 Teilnehmern, Eucharist. Männerwacht und Männer-Sakramentstage), um die kath. Bevölkerung zu verinnerlichen und apostol. zu aktivieren. Durch die Riesenauflagen seiner religiösen Presse (Großes und Kleines Wr. Kirchenbl. etc.) und durch seelsorgliche und caritative Anregungen und Unternehmungen wirkte M., in seinen Methoden umstritten, über Österr. hinaus auf fast alle europ. Länder und auch auf außereurop. Missionsgebiete, bis der Nationalsozialismus seine Arbeiten unterband.

W.: Vergiß die Mutter nicht!, 1897, 3. Aufl. 1932; Ein Traum in Rom, 1902, 2. Aufl. 1903; Petrus stirbt nicht, 1902; Gerettet, 1904; Christus und der Jüngling (apologet. Vortrag), 1912; Te deum laudamus, 1912; Die Hl. Stunde, 1913; Weltkrieg-Weltgebet, 1915; Schwerterblitzen, 1915; Die Männer, die den Weg bereiten, 1919; Das Königsbanner weht voran, 1920; zahlreiche Abhh. in Z. Red.: Das Große Wr. Kirchenbl., 1919–41; Jugend-Kirchenbl., 1930–41; Das Kleine Wr. Kirchenbl., 1924–40; Mein Herrgotts-Tag, 1924 ff.; etc.
L.: Kremser Ztg. vom 16. 5. 1930; La Croix vom 6. 8. 1931; Wr. Kirchen-Ztg., 1969, n. 16; Wr. Diözesanbl. vom 1. 5. 1970 (Beitrr. zur Wr. Diözesangeschichte); Keiters kath. Literaturkalender, 1926; Kosel; Kosch, Das kath. Deutschland.
(F. Loidl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 29, 1975), S. 340
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