Molden, Berthold (1853-1942), Journalist

Molden Berthold, Journalist. * Bielitz-Biala (Bielsko-Biała, österr. Schlesien), 20. 1. 1853; † Wien, 15. 2. 1942. Sohn eines Kaufmannes; stud. Phil. in Paris und Wien und war in Paris bereits als Korrespondent österr. Bll., insbes. des „Fremden-Blattes“, tätig. Er arbeitete dann als polit. Red. für die „Wiener Allgemeine Zeitung“, später für das „Fremden Blatt“. M., Vertreter einer großösterr. Linie, hatte später enge geistige Kontakte mit dem „Belvedere-Kreis“ um den Thronfolger Erzh. Franz Ferdinand (s. d.). Er war freier Mitarbeiter Außenmin. Berchtolds (s. d.) und wirkte in der krit. Periode 1913–18 als Berater in Fragen der Balkanpolitik und der Haltung Österr. im Ersten Weltkrieg. Nach 1918 wurde M. Leitartikler der „Großen Volkszeitung“, was er bis 1938 blieb. Seine Buchpubl. umfassen polit.-hist. und philosoph. Themen.

W.: Bemerkungen zur oriental. Frage, 1896; Das Opfer für Höheres. Eine Untersuchung über das Wesen des Eth., 1899; Drängende Fragen. Die Orientkrise und ihre Folgen für Österr.-Ungarn und das Dt. Reich, 1913; A. Gf. Aehrenthal, sechs Jahre äußere Politik Österr.-Ungarns, 1917; Die Politik der Besiegten, 1919; Ist Religion in Zukunft möglich?, 1928; etc.
L.: Stadt Wien, vom 22. 2. 1967; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Kosel; W. Kosch, Biograph. Staatshdb., Bd. 2, 1963.
(F. Molden)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 29, 1975), S. 350
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