Mossbach, Leopold Frh. von (1735-1821), Jurist

Mossbach Leopold Frh. von, Jurist. * Wien, 29. 10. 1735; † Wien, 14. 1. 1821. Sohn eines Kürschners; nach Absolv. des Jusstud. an der Univ. Wien (1763 Dr. jur.) war M. zunächst als Rechtsanwalt tätig. 1773 wurde er Beisitzer des neuerrichteten Militär-Konsistoriums und 1774 erster Syndikus der Stadt Wien, als welchem ihm sämtliche Gerichts- und Verwaltungsangelegenheiten oblagen. Nach der Trennung von Justiz und Verwaltung und der Neuorganisation des Magistrats von Wien erhielt M. die Stellung eines Vizebürgermeisters in Zivilrechtsangelegenheiten, wobei er die Neuorganisation, insbes. die Einführung der neuen Verfahrens- und Gerichtsordnung, durchzuführen hatte. 1795 als Hofrat an die Oberste Justizstelle berufen, leistete er dort durch 20 Jahre hervorragende Dienste. 1814 wurde M. zum Vizepräs, des niederösterr. Landrechts ernannt und gleichzeitig mit der Führung des Präsidiums beim Merkantil- und Wechselgericht betraut. 1818 i. R. M. wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet, u. a. 1782 nob., 1818 St. Stephan-Orden und Frh.

L.: W. Ztg. vom 7. 8. 1821; Maasburg, S. 182; Gräffer–Czikann; C. J. Pratobevera, Materialien für Gesetzkde. und Rechtspflege in den Österr. Erbstaaten, Bd. 6, 1822, S. 427 f.
(B. Böck)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 393
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