Moyzes (Mojses), Štefan (Stjepan) (1797-1869), Bischof und Politiker

Moyzes (Mojses) Štefan (Stjepan), Bischof und Politiker. * Veselé (Slowakei), 24. 10. 1797; † Hronský Sv. Kríž (Žiar nad Hronom, Slowakei), 5. 7. 1869. Stud. 1815–19 kath. Theol. in Pest und war bis zur Priesterweihe (1821) Privatlehrer, dann Kaplan in Ungarn (1828 Dr. phil.), schließlich in St. Joseph in Pest, wo er mit den slowak. Schriftstellern Kollár (s. d.) und Hamuljak bekannt wurde. 1830–47 wirkte er als Prof. der Logik, Metaphysik, Phil. und Ethik an der philosoph. Fak. der Rechtsakad. in Agram. M. beteiligte sich an der Illyr. Bewegung und war Mitgl. mehrerer kroat. Ver. 1837 Zensor in Agram, mußte er 1843, des Panslawismus verdächtigt, auf diese Stelle verzichten. 1847 Kanonikus des Agramer Kapitels, das ihn als Abg. zum Preßburger Reichstag delegierte, wo er sich 1847/48 für die Interessen der Kroaten einsetzte. 1848 Sektionspräs. im Banalrat, 1849/50 zu Verhandlungen, die Kroaten betreffend, nach Wien berufen. 1851 Bischof von Neusohl. Er gründete 1851 die slowak. Z. „Cyrill a Method“, dann die Lehrerbildungsanstalt in Neusohl und wurde nach Gründung der Matica slovenská (1863) deren erster Präs. 1863 Geh. Rat. M. führte mehrmals Delegationen nach Wien und setzte sich 1864 beim Papst für die Fixierung des Festes der Hll. Cyrill und Method auf den 5. Juli ein. Als führende Persönlichkeit der slowak. Nationalbewegung war M. im Kampfe gegen die Magyarisierung der Slawen stets nach Wien orientiert.

W.: Myšlienky o záhradníctve a ovocinárstve (Gedanken über Garten- und Obstbau), 1865; Kázne (Predigten), 1897. Hrsg.: P. Vitezović, Odiljenje Sigetsko (Die Belagerung der Festung Sziget), 3. Aufl. 1836.
L.: Narodne novine vom 23. 10. 1897; Obzor vom 17. 6. 1931 und 17. 3. 1939; Sborník Matice slovenskej historica, 1937, S. 320 ff.; Vlastivedný časopis 18, 1969, S. 59 ff.; Historický časopis 17, 1969, S. 515 ff.; Sv. Hurban Vajanský, Storočná pamiatka narodenia Š. M. (Zum 100. Geburtstag Š. M.’), 1897, 2. Aufl. 1935; J. Kliman, Náš nezabudnutel’ný Dr. Š. M. (Unser unvergeßlicher Dr. Š. M.), 1969; Wurzbach; Enc. Jug.; Masaryk; Otto 17; Přiruční slovník naučný; Rieger; Slovenský slovník naučný, Bd. 2, 1932; Szinnyei; Rizner, Bd. 3, 1932, S. 242 ff.
(I. Chalupecký)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 396
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