Mozart, Franz Xaver Wolfgang (Wolfgang Amadeus) (1791-1844), Pianist und Komponist

Mozart Franz Xaver Wolfgang (Wolfgang Amadeus), Pianist und Komponist. * Wien, 26. 7. 1791; † Karlsbad (Karlovy Vary, Böhmen), 29. 7. 1844. Er war das sechste Kind des Komponisten Wolfgang A. M. († 1791) und der Sängerin Konstanze Weber, Neffe der Pianistin Maria Anna M. (s. d.); seine Mutter nahm ihn 1796 auf ihre Kunstreise nach Deutschland mit, ließ ihn jedoch auf Bitten der Familie Duschek bei dieser in Prag zurück. Später kam er zu Niemetschek. 1797 nahm ihn Konstanze M. wieder nach Wien, wo er bereits in Ges. als Klavierspieler auftrat. Er stud. bei Neukomm, Streicher, Joh. Nep. Hummel (s. d.), Vogler, Albrechtsberger und Salieri und wurde von J. Haydn und v. Swieten gefördert. 1805 trat M. erstmals öff. als Pianist und Komponist auf. 1808 ging er nach Galizien, wo er teils als Lehrer in gräflichen Häusern, teils als freischaffender Künstler in Lemberg wirkte. 1818–21 unternahm er eine Konzertreise durch Rußland, Polen, Deutschland, Dänemark, Österr. und Italien. Anschließend war M. ein Jahr in Wien, ging aber 1822 wieder nach Lemberg, wo er die meiste Zeit wieder als freischaffender Künstler lebte und neue Stud. bei Mederitsch (s. d.) betrieb, der ihn zu seinem Erben einsetzte. 1838 kam er nach Wien. 1842 trat er bei der Enthüllung des Denkmals für seinen Vater in Salzburg zum letztenmal öff. auf. Da auch sein Bruder, der Beamte Karl Thomas M. (1784–1858), kinderlos starb, erlosch mit ihnen die Familie M.

W.: 2 Klavierkonzerte; Symphonie; Kammer- und Klaviermusik; Chorwerke; Lieder.
L.: Wr. Figaro 30, 1962; Mitt. der Internationalen Stiftung Mozarteum 15, 1967, H. 3/4, S. 19 ff.; Mozart-Jb., 1968, S. 52 ff., 1970, S. 212 ff.; W. Hummel, Mozarts Söhne, 1956; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Riemann; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; Gräffer–Czikann; W. Goldinger, Archival.-genealog. Notizen zum Mozartjahr, in: Z. des Hist. Ver. für Schwaben 62/63, 1962, S. 77 ff.
(Th. Antonicek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 396f.
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