Mrazović, Matija (1824-1896), Jurist, Politiker und Publizist

Mrazović Matija, Jurist, Politiker und Publizist. * Visoko b. Kreutz (Kroatien), 24. 2. 1824; † Agram, 13. 6. 1896. Vater des Vorigen; stud. in Agram 1845/46 Rechtswiss., wurde dann Jurat bei der Banaltafel und 1848 unbesoldeter Konzipient. Als die kroat. Armee die Drau überschritt, wurde M. zur Kriegskomm. nach Warasdin geschickt, wo er bis 1849 blieb und die Advokatursprüfung ablegte. 1850 war er wieder bei der Banaltafel in Agram, verließ aber dann den Staatsdienst und wurde Advokat. 1860 gehörte M. zu den Mitbegründern der Ztg. „Pozor“ (Achtung), welche aus Verbotsgründen in Wien als „Novi Pozor“ (Neue Achtung), in Sissek als „Zatočnik“ (Der Kämpfer) und „Branik“ (Der Verteidiger) und 1871–1941 in Agram als „Obzor“ (Rundschau) erschien und in der er eine Reihe hist.-polit. und jurid. Artikel veröff. 1861 Landtagsabg., gehörte er 1861 zu den Gründern der Narodna stranka (Nationalpartei) und wurde einer ihrer einflußreichsten Führer. Ab 1869 kämpfte er erfolgreich gegen die Mißbräuche des Banus L. Rauch, welcher daraufhin abgesetzt wurde. Als Abg. war er Mitgl. der Regnikolar-Deputation und war 1873 an der Revision des Ausgleiches mit Ungarnbeteiligt. M. war 1879–81 Bürgermeister von Agram und führte ein breites Kommunalprogramm durch. 1881 zog er sich krankheitshalber aus dem polit. Leben zurück, blieb aber weiter Mitarbeiter der Ztg. „Obzor“.

L.: Agramer Ztg., 1871, n. 9–11, 1896, n. 210; Narodne novine, 1896, n. 210, 213; Slawon. Presse, 1896, n. 212; Agramer Tagbl., 1896, n. 210–12; Obzor, 1896, n. 210–212, 216, 1924, n. 53, 1926, n. 261, 1933, n. 6; Jutarnji list, 1924, n. 4336; Vienac, 1896, n. 38; Grlović, Album; Znam. Hrv.; Wurzbach; Enc.Jug.; Nar. Enc.
(S. Batušić)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 399
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