Müller, Erwin; Ps. Norbert Nindl (1879-1950), Journalist

Müller Erwin, Ps. Norbert Nindl, Journalist. * Wien, 13. 1. 1879; † Wien, 15. 1. 1950. Sohn des Sängers und Theaterdir. Leopold M. (s. d.); begann seine Journalist. Laufbahn als Sportkorrespondent verschiedener dt. Ztg. Zuerst Berichterstatter bei Radrennen, wandte er sich dann dem aufstrebenden Fußballsport zu und galt auch als Experte für Eiskunstlauf. Nach Mitarbeit an der „Allgemeinen Sportzeitung“ gründete er 1918 gem. mit A. Steiner das „Sportblatt am Mittag“, das später als „Wiener Sport-Tagblatt“, Beibl. des „Neuen Wiener Tagblatts“, zu einer führenden Sportztg. wurde, deren Stil M. durch seine Beitrr. wesentlich prägte. Daneben war er auch als Korrespondent zahlreicher dt. Bll., u. a. des „Kickers“, tätig. 1938 mußte er seine Stellung aus rass. Gründen aufgeben, blieb aber Korrespondent dt. Ztg. und schrieb – allerdings in beschränktem Ausmaß – unter einem Ps. für das „Neue Wiener Tagblatt“. Nach 1945 war er Leiter der Sportrubrik des „Neuen Österreichs“ und später freier Mitarbeiter verschiedener Sportztg., u. a. von „Welt am Montag“ und „Wiener Sport in Bild und Wort“. M., einer der bekanntesten österr. Sportjournalisten, verfügte über umfassendes Wissen und zählte zu den ersten, die um die Jh. Wende für die aufstrebende Sportbewegung publizist. eintraten. Als Pionier vor allem des Fußballsports war er an dessen Entwicklung zu internationaler Geltung mit beteiligt.

L.: Neues Österr. vom 12. 1. 1949 und 17. 1. 1950; Wr. Kurier vom 12. 1. 1949, 17. und 18. 1. 1950; Die Presse und Weltpresse vom 13. 1. 1949 und 17. 1. 1950; Welt am Montag mit Sport vom 24. 1. 1949 und 23. 1. 1950; W. Schmieger, Der Fußball in Österr., 1925, S. 67, 74; Geschichte des österr. Fußballsports, bearb. von K. Langisch, 2. Aufl. o. J., S. 45, 166, 231.
(E. Lebensaft)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 412
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