Müller, Johann (1824-1895), Bildhauer

Müller Johann, Bildhauer. * Schurz Dorf (Ves-Žireč, Böhmen), 29. 8. 1824; † Wien, 25. 10. 1895. Sohn eines Tischlermeisters, Onkel des Bildhauers Hans M. (s. d.); nach fünf Lehrjahren bei dem Bildhauer Sucharda in Neupaka ging er 1845 nach Wien und war hier in verschiedenen Werkstätten als Gehilfe tätig. 1847 holte er seinen jüngeren Bruder, Franz X. M. (* Schurz Dorf, 7. 5. 1829; † ebenda, 15. 5. 1887), nach Wien und beide besuchten 1847–50 die Akad. der bildenden Künste bei J. Kässmann (s. d.). Während des Stud. und in den folgenden Jahren arbeiteten beide in verschiedenen Werkstätten als Gehilfen. Ihre erste selbständige Arbeit waren die 12 Monatsfiguren und einige Sphinxe im Belvederegarten. Ab 1857 folgten Jahre der Werkstattgemeinschaft mit dem k. k. Hofbildhauer A. La Vigne und die Weiterführung von dessen Unternehmen nach seinem Tode. Für Restaurierungsarbeiten in den k. Schlössern Schönbrunn, Hetzendorf, Augarten, Gödöllő und den kgl. Burgen Ofen und Prag bekam M. 1873 den Titel k. k. Hofbildhauer. Beide Brüder waren mit dekorativen Arbeiten an der Hofoper, den beiden Hofmus., dem Burgtheater und der Neuen Hofburg sowie bei Restaurierungsarbeiten in den Redoutensälen in Wien beteiligt.

W.: Monatsfiguren, Sphinxe, gem. mit F. X. Müller, 1852, Belvederegarten, Wien IV.; Malerei und Bildhauerei, Gips, 1858; Kalvarienberggruppe, Pfarrkirche, Schurz Dorf (Böhmen), 1881.
L.: Umělecké Památky Čechoslovenských, 1967, S. 913; Mitt. der Österr. Galerie, 1975; Toman; Bénézit; Thieme–Becker; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Wurzbach; Übersicht über die Leistungen der Dt. Böhmens, 1893; J. Borufka, Der polit. Bez. Königinhof, 1908, S. 503 f.
(J. Butzke)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 419
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