Müllner, Alfons (1840-1918), Archäologe

Müllner Alfons, Archäologe. * Völkermarkt (Kärnten), 23. 9. 1840; † Wien, 27. 3. 1918. Sohn eines Arztes; stud. 1858–62 an der Univ. Wien Naturwiss. Lehrte dann an Mittelschulen in Wien, Bregenz, Marburg a. d. Drau und Linz. Ab 1870 Konservator der k. k. Zentralkomm. zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale, 1888–1903 Kustos und Leiter des Landesmus. Rudolfinum in Laibach, 1908 wiss. Konsulent am k. k. Min. für öff. Arbeiten in Wien. M. interessierte sich früh für die vor- und frühgeschichtliche Vergangenheit der innerösterr. Länder. Er sammelte die römerzeitlichen Inschriften, ging dem Verlauf der röm. Grenzbefestigungen am Karst nach und untersuchte röm., altslaw. und langobard. Nekropolen. 1892 gründete er „Argo“, Z. für krain. Landeskde., in deren 10 Jgg. archäolog.-hist. Berr. und Stud. zusammengetragen sind. M.s Hauptwerk, „Emona“, in dem er allerdings die Römerstadt irrtümlich in dem am südlichen Rand des Laibacher Moores gelegenen Ig lokalisiert, enthält eine Fülle von grundlegenden Beobachtungen und Erkenntnissen sowie ein Corpus der krain. Inschriften und ist als Materialsmlg. heute noch von Wert. Später widmete sich M. der Erforschung der Geschichte des Eisens im Bereich Krain-Görz-Istrien.

W.: Emona. Archäolog. Stud. aus Krain, 1879; Typ. Formen aus den archäolog. Smlg. des Landesmus. in Laibach, 1900; Geschichte des Eisens in Innerösterr., Tl. 1: Geschichte des Eisens in Krain, Görz und Istrien von der Urzeit bis zum Anfange des 19. Jh., 1909; etc. Zahlreiche Abhh. in Ztg. und Z., u. a. in Argo, Mitt. des Hist. Ver. für Krain etc.
L.: Wr. prähist. Z. 5, 1918, S. 19; Carniola, 1919, S. 92 ff.; SBL; Nar. Enc.; Bibliografija rasprava i članaka (Bibliographie der Abhh. und Aufsätze) 4/1, 1965; Mitt. N. Gspan, Laibach.
(E. Diez–J. Šašel)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 432
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