Murr, Josef (1864-1932), Botaniker und Lehrer

Murr Josef, Botaniker und Schulmann. * Brixen (Südtirol), 6. 6. 1864; † Innsbruck, 4. 1. 1932. Sohn eines Lehrers; stud. 1882–86 an der Univ. Innsbruck; unterrichtete dann klass. Philol. in Marburg a. d. Drau, Linz, Trient und Feldkirch und lebte nach seiner Pensionierung (1919) wieder in Innsbruck. M., der an allen seinen Wohnorten eingehende Stud. über die Pflanzenwelt machte, veröff. außer florist. und systemat. Arbeiten zahlreiche Pflanzengeograph., entwicklungsgeschichtliche, florengeschichtliche, philolog.-botan. und geobotan. Abhh., insgesamt ca. 600. M.s wichtigste Arbeiten sind die Hieracienstud., die Übersicht über die Farn- und Blutenpflanzen von Vorarlberg und Liechtenstein, die Flora der Höttinger Breccie, die Beitrr. zu den Gesetzen der Phylogenesis und seine vielen Arbeiten über Pflanzenbastarde. Seine mühevolle Mitwirkung an der Hrsg. der großen Flora von Vorarlberg und Liechtenstein wurde nie genügend gewürdigt. In seinen letzten Lebensjahren befaßte sich M. auch mit theolog. und eth. Fragen. Ehrenmitgl. der Botanical Society of the British Isles, eine Ehrung, die außer ihm bisher nur zwei anderen Österr. widerfuhr.

W.: Die Pflanzenwelt in der griech. Mythol., 1890; Beitrr. zu den Gesetzen der Phylogenesis, in: Dt. botan. Ms., 1902; Suppl. zu: H. G. L. Reichenbach, Icones florae Germaniae et Helvetiae, gem. mit H. Zahn und J. Pöll, Bd. 19, 1904–11; Neue Übersicht über die Farn- und Blütenpflanzen von Vorarlberg und Liechtenstein, 4 He., 1923–26; Neue Übersicht über die fossile Flora der Höttinger Breccie, in: Jb. der Geolog. Bundesanstalt, 1926; Vegetationsbilder aus dem Fürstentum Liechtenstein, 1927; etc.
L.: N. Fr. Pr. vom 6. 1. 1932; Innsbrucker Nachr., 1932, n. 4; Mitt. der Bayer, botan. Ges., Bd. 4, 1932, S. 205; Der Schlern, Bd. 13, 1932, S. 147 f.; Kürschner, Gel. Kal., 1925–31; Kosch, Das kath. Deutschland.
(F. Grass)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 447f.
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