Muršec, Jožef (1807-1895), Linguist und Seelsorger

Muršec Jožef, Linguist und Seelsorger. * Wisch (Biš, Unterstmk.), 1. 3. 1807; † Graz, 25. 10. 1895. Stud. 1827–31 in Graz kath. Theol., 1830 Priesterweihe, war dann als Seelsorger in verschiedenen Orten der Unterstmk. tätig. 1839–46 Hauslehrer in der Familie v. Friedau in Graz; 1846 Dr.theol. 1852–70 Religionsprof. an der Realschule in Graz, 1870 i. R. Als Kaplan in St. Nikolai lernte er St. Vraz kennen, dem er bei der Hrsg. von Volksliedern half. M. begann dann selbst slowen. Volkslieder und Sagen sowie Pflanzennamen zu sammeln. 1847 stellte er eine kurze slowen. Grammatik für Anfänger, die erste nach Vodnik, zusammen. Wie Murko (s. d.) berücksichtigte auch M. das gesamte slowen. Sprachgebiet und beendete dadurch die Isolation der östlichen Unterstmk. Er gründete 1848 den polit. Ver. Slovenija (Slowenien) und setzte sich als dessen Sekretär für die Verwirklichung des slowen. nationalen Programms ein. M. war in Graz der Mittelpunkt der dortigen Slowenen und Mäzen der slowen. Studenten- und Wohlfahrtsinstitutionen.

W.: Kratka slovenska slovnica za prvence (Kurze slowen. Sprachlehre für Anfänger), 1847; Teilweise Beleuchtung der drückenden Sprach- und damit verknüpften Lebensverhältnisse der Slowenen. . ., in: Grazer Ztg., 1848, n. 61–62, 64, 66; religiöse und nationalrechtliche Abhh. und Gedichte in Novice, Slovenija, Slovenski gospodar, Slovenska bčela, Učiteljski tovariš, Zgodnja danica und Kath. Wahrheitsfreund.
L.: SBL; Spominek . . . J. M. Živkovega . . . (Zur Erinnerungan. . . des Herrn J. M. Živkov. . .), 1890; Zgodovina slovenskega slovstva (Geschichte der slowen. Literatur), Bd. 2, 1959, S. 165 ff.
(N. Gspan)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 448
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