Natorp, Maria Anna (Marianne) Freifrau von; geb. Sessi (1773-1847), Sängerin und Komponistin

Natorp Maria Anna (Marianne) Freifrau von, geb. Sessi, Sängerin und Komponistin. * Rom, 1773; † Wien, 10. 3. 1847. Tochter und Schülerin des 1794 mit seiner Familie nach Wien übersiedelten Sängers Giovanni S., Schwester der Sängerin Anna Maria Neumann; debut. schon 1784 in ihrer Heimatstadt, sang 1792 bei der Eröffnung des Teatro La Fenice in Venedig und kam 1793 an die Wr. Hofoper. 1795 heiratete sie in Wien den wohlhabenden Kaufmann Franz Josef Frh. v. N. und kehrte erst nach der Trennung von ihrem Mann 1805 zur Bühne zurück. Nach Gastspielen in Italien (Venedig, Mailand, Florenz, Turin, Neapel), Lissabon und London sang sie ab 1816 auf dt. und skandinav. Bühnen. Erst 1836 beendete sie in Hamburg ihre aktive Sängerlaufbahn, war dann noch einige Jahre Gesanglehrerin an der Berliner kgl. Oper und zog schließlich wieder nach Wien, wo sie ihren Lebensabend bei ihrer Schwester Anna Maria verbrachte. N. wurde als eine der berühmtesten Gesangvirtuosinnen ihrer Zeit in ganz Europa gefeiert, bes. in Opern von Cimarosa, Paisiello, Zingarelli und S. Mayr.

W.: Italien. Arietten und Canzonetten.
L.: Schmidls Österr. Bll., Jg. 4, 1847, S. 304; Wr. allg. Musik-Ztg. 7, 1847, n. 31; C. v. Ledebur, Tonkünstler-Lex. Berlin’s, 1861; E. Bernsdorf, Neues Universal-Lex. der Tonkunst, Bd. 3, 1861; Schmidl; Eisenberg; Eitner; Enc. della musica, Bd. 5, 1972; Fétis; O. Paul, Hand-Lex. der Tonkunst, 1873; Reissmann; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland.
(U. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 31, 1976), S. 38f.
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