Neder, Johann Michael (1807-1882), Maler

Neder Johann Michael, Maler. * Wien-Döbling, 29. 4. 1807; † Wien-Sievering, 30. 9. 1882. Sohn eines Schuhmachermeisters; begann 1820 die Schusterlehre. 1821 trat er in die Vorschule der Akad. der bildenden Künste in Wien, wo Gsellhofer (s. d.) sein erster Lehrer wurde. 1826 erhielt er den gräflich czerninschen Preis, die Goldene Medaille. 1829 beendete er das Akad. Stud., ab 1831 arbeitete er wieder als Schuster in der Werkstatt seines Onkels und wurde 1835 freigesprochen. Nebenbei setzte N. seine künstler. Tätigkeit fort und unternahm etliche Reisen. In seinen rund 500 Ölbildern und Zeichnungen gab N. in naiver Manier das Leben der dörflichen Bewohner von Wiens Umgebung wieder. Obwohl seine Malerei stark autodidakt. Züge aufweist, orientierte sich N. an den Werken der Holländer, wie Ostade, Teniers, Jan Steen, sowie an seinen Zeitgenossen Waldmüller, Ranftl, Danhauser (s. d.) und Gauermann (s. d.). N. verfaßte eine bis in die 70er Jahre reichende Selbstbiographie, in der er seine meist tristen Verhältnisse schilderte.

W.: Raufhandel, 1828; Fünfkreuzertanz, 1829; Ankunft vom Felde, 1829; Selbstbildnis als Schustergeselle, 1830; Husareneinquartierung, 1836; Heimkehr der Herde, 1844; Nationalgarde in Döbling, 1848; Die Weinprobe, 1863; Kirtagsrauferei, 1873; Rast im Weinberg, 1873; Familie Schreiber im Weinberg, 1878; Der betrunkene Schuster, 1881; etc.
L.: Die Presse vom 14. 12., Die Furche vom 18. 12. 1948; Wr. Kurier vom 29. 5. 1954; Neue Österr. Tagesztg. vom 28. 4. 1957; Neues Österr. vom 18. 4. und 22. 9. 1957, 21. 2. und 4. 12. 1960; Adler, Jg. 75, 1957, S. 122 ff.; Wr. Geschichtsbll., Jg. 13, 1958, S. 40 ff.; Stadt Wien vom 27. 5. 1967; K. Hareiter, M. N., Ausstellungskatalog der Galerie Welz, Salzburg–Wien, 1940; ders., M. N., ein unbekannter Maler Österr., in: Das 20. Jh., 1941; ders., M. N., 1948; Thieme–Becker; Groner; Wurzbach; F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh., Bd. 2/1, 1898; Th. v. Frimmel, Lex. der Wr. Gemäldesmlg. 1, 1913, S. 1 f., 1914, S. 245, 254, 400, 434, 441; H. Schöny, Wr. Künstler-Ahnen, Bd. 2, 1975, n. 261.
(R. Mikula)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 31, 1976), S. 53
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