Neumann, Anna Maria; geb. Sessi (1790-1864), Sängerin

Neumann Anna Maria, geb. Sessi, Sängerin. * Rom, 1790; † Wien, 9. 6. 1864. Wurde von ihren älteren Schwestern Maria Anna Freifrau v. Natorp (s. d.) und Imperatrice Sessi (1784–1808) ausgebildet; debut. bereits 1805 an der Wr. Hofoper, wo sie nach weiteren Stud. und Auftritten in Italien (Bologna, Florenz, Neapel) 1811–15 als – bes. während des Wr. Kongresses – gefeierter dramat. Sopran engagiert war. In Wien heiratete sie 1813 den Kaufmann Ignaz N. Gastspielreisen führten sie an die Bühnen in Pest, München, Frankfurt a. M., Karlsruhe, Hannover und Hamburg. 1817–23 sang sie mit glänzenden Erfolgen in Leipzig, zuerst im Gewandhaus, dann am Stadttheater. Während eines Gastspiels in Pest verlor sie aber schon 1823 nach einer Erkrankung ihre Stimme und wurde pensioniert. Nach längerem Aufenthalt in Hamburg übersiedelte sie schließlich nach Wien.

Hauptrollen: Julia (G. Spontini, Die Vestalin); Amenaide (G. Rossini, Tancred); Clorinda (ders., La Cenerentola); Donna Elvira (W. A. Mozart, Don Giovanni); Edile (N. Isouard, Joconde); etc.
L.: Eisenberg; E. Bernsdorf, Neues Universal-Lex. der Tonkunst, Bd. 3, 1861; Enc. della musica, Bd. 5, 1972; Enc. dello spettacolo; Fétis; O. Paul, Hand-Lex. der Tonkunst, 1873; Reissmann; Schmidl; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland.
(U. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 31, 1976), S. 90
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