Neumann, Franz von (1844-1905), Architekt

Neumann Franz von, Architekt. * Wien, 16. 1. 1844; † Wien, 1. 2. 1905. Sohn des 1881 nob. herzoglich coburg. Baumeisters Franz v. N. (*1815), Bruder des Architekten Gustav v. N. (1856–1928); stud. an der Techn. Hochschule Wien und an der Akad. der bildenden Künste in Wien bei F. v. Schmidt, dessen langjähriger Mitarbeiter er war. Ab 1883 selbständig. N. entwickelte seine Architektur in freier Variation hist. Themen, insbes. der dt. Renaissance, die er verschiedentlich in ein gemäßigtes Neubarock hinüberführte. Er war ab 1872 Mitgl. des Wr. Künstlerhauses, 1889–1900 Gemeinderat der Stadt Wien, 1891–95 Stadtrat. N. wurde auf der Weltausst. in Paris 1900 mit einer Silbermedaille ausgezeichnet.

W.: Arkadenhäuser beim Rathaus, 1878–83, Wien I., tw. gem. mit F. v. Schmidt; Liebenbergdenkmal (Bildhauer J. Silbernagl), 1879–90, Wien I.; Villa Kuffner und Kuffnersche Sternwarte, 1884–86, Wien XVI., erweitert 1889/90; Habsburgwarte auf dem Hermannskogel, 1888, Wien XIX.; Miethäuser, Wien I., Drahtg. 2, 1893 und Wipplingerstr. 17, 1895, Wien IV., Wiedner Haupstr. 20–22, gem. mit H. Wolf, 1901; Pfarrkirche St. Anton v. Padua, 1896–1901, Wien X.; Warenhaus Orendi (Regensburgerhof), 1897, Wien I.; Telephonamt, 1899, Wien IX.; Erweiterung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder, 1903–05, Wien II.; Volksheim Ottakring, 1905, Wien XVI.; Pfarrkirche St. Leopold, 1904–15, Wien XXI.-Donaufeld, vollendet von J. Schmalzhofer; Villa Liechtenstein im Pratercottage, Wien II.; Schloß des Erzh. Wilhelm, 1883, Baden (NÖ); Rathäuser, Reichenberg und Friedland, beide Böhmen. Publ.: Arkadenhäuser neben dem Rathaus, in: Wochenbl. des Österr. Ing.- und Architektenver., 1880; Der Panoramabau im k. k. Prater, in: Z. des Österr. Ing.- und Architektenver., Jg. 34, 1882; Die Gruppenbauten am Franz Josefs-Kai in Wien und Ökonom. über unsere Wohnhäuser, ebenda, Jg. 39, 1887; Über Land- und Familienhäuser, ebenda, Jg. 47, 1895; Die Baugeschichte Wiens in den Jahren 1848–98, ebenda, Jg. 51, 1899; Die Moderne in der Architektur und im Kunstgewerbe, ebenda, Jg. 51, 1899; Wohnhausbauten in Ottakring, ebenda, Jg. 55, 1903; etc.
L.: RP vom 4. 2. 1905; N. Fr. Pr. vom 2. und 4. 2. 1905; Kirchenschmuck 36, 1905, S. 58; Dt. Bauztg. 39, 1905, S. 72; Der Kunstfreund (Innsbruck), 1905; Eisenberg, 1893, Bd. 1; Kosel; Thieme–Becker; Wurzbach; Groner; R. Schmidt, Das Wr. Künstlerhaus. Eine Chronik 1861–1951, 1951, s. Reg.; R. Wagner–Rieger, Die Wr. Ringstraße, 1969, s. Reg.; dies., Wiens Architektur im 19. Jh., 1970, s. Reg.
(R. Schachel)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 31, 1976), S. 91
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