Neumann, Johann Christian (1774-1855), Botaniker

Neumann Johann Christian, Botaniker. * Georgswalde (Jiříkov, Böhmen), 1774; † Iglau (Jihlava, Mähren), 8. 5. 1855. Stud. ab 1802 an der Univ. Prag Med. In dieser Zeit freundete er sich mit den nachmals berühmten Prager Botanikern Opiz und Tausch an, mit denen er zahlreiche Exkursionen unternahm. Auf Empfehlung von Pohl wurde er nach beendeten Stud. Gartendir. in Hlubosch, 1890 übernahm er die Leitung des Gartens in Friedersdorf. N. gelangen auf Exkursionen zahlreiche interessante Entdeckungen seltener Pflanzenarten. Außer mit Phanerogamen beschäftigte er sich auch mit Laub- und Lebermoosen. Seine Funde aus Nordböhmen wurden meist von dem Dresdner Botaniker Reichenbach publ., dem er auch krit. Material zur Bestimmung zusandte. 1840 übersiedelte er nach Kleinskal und beschäftigte sich von da an bes. intensiv mit der äußerst schwierigen Gattung der Brombeeren in Nordböhmen. N. setzte seine eifrige Sammeltätigkeit auch nach seiner Übersiedlung nach Iglau, 1849, fort, mußte aber schließlich als Folge einer schweren Erkrankung ab 1851 auf jede botan. Tätigkeit verzichten. N. ist weniger durch eigene Forschertätigkeit von Bedeutung als dadurch, daß er als unermüdlicher Sammler die Grundlagen für andere schuf, die seine Funde für größere zusammenhängende Werke verwendeten.

L.: Sudetendt. Ztg. (München) vom 29. 9. 1967; Verhh. des Zoolog.-botan. Ver. in Wien, 1855, S. 52 ff.; R. Steinbach, Österr. Botaniker des 19. Jh., die nicht an Hochschulen wirkten, phil. Diss. Wien, 1959, S. 99 f.; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; Maiwald.
(H. Riedl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 31, 1976), S. 91
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