Neuwall, Albert Frh. von (1807-1870), Verwaltungsbeamter

Neuwall Albert Frh. von, Verwaltungsbeamter. * Wien, 6. 11. 1807; † Wien, 13. 7. 1870. Enkel des Großhändlers und Bankiers Markus Leidesdorfer v. Neuwall (s. d.), Sohn des Ignaz v. N. (1784–1856), Zensors der Österr. Nationalbank und Dir. der Ersten Österr. Spar-Casse, der gem. mit seinem Bruder Samuel August v. N. (1782–1851) aufgrund großzügiger finanzieller Leistungen als Besitzer der ehemaligen Staatsherrschaft Klobouk (Mähren) 1824 nob. wurde und 1834 das böhm. Inkolat erhielt. 1837 entstand in Martinitz eine Zuckerfabrik, welche zu den leistungsfähigsten in Mähren zählte. Obwohl N. nominell als Mitbesitzer des Unternehmens aufschien, überließ er die Güterverwaltung vorwiegend seinem Bruder Emanuel v. N. Er selbst trat 1828 nach Stud. am Theresianum in Wien als Supernumerar in den Staatsdienst, wechselte 1834 zur Finanzverwaltung über und wurde hier 1843 Kameralrat. 1849 Reg.Rat, 1852 Min.Rat und 1867 Sektionschef. 1848/49 fungierte er als Reichstagsabg., 1849 als Ministerialkoär. bei der russ. Armee in Ungarn, 1851/52 beim österr. Armeekorps in Holstein. 1850–60 Mitgl. der Komm. für die jurid.-polit. Staatsprüfungen; ab 1860 Beisitzer, ab 1866 Präs. der Disziplinarkomm. des Finanzmin. Verwaltungsrat der Südbahn-Ges. und mehrerer Banken, 1868 Frh.

L.: Knauer; H. Jäger–Sunstenau, Die geadelten Judenfamilien im vormärzlichen Wien, phil. Diss. Wien, 1950; Weimarer hist.-genealog. Taschenbuch des gesamten Adels jehud. Ursprungs, 1912; Wininger; S. Mayer, Die Wr. Juden, 2. Aufl. 1918, S. 286; Allg. Verw. Α., Wien.
(H. Stekl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 32, 1976), S. 106
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