Niesiołowski (Gawin-N.) von Niesiołowice, Viktor (1868-1945), General

Niesiołowski (Gawin-N.) von Niesiołowice Viktor, General. * Troppau (Opava, österr. Schlesien), 4. 9. 1868; † Mödling (NÖ), 7. 4. 1945. Absolv. die Militäroberrealschule in Mähr.-Weißkirchen und die Genieabt. der Techn. Militärakad. in Wien, aus der er 1888 als Lt. zum Geniergt. 1 ausgemustert wurde. N. diente zunächst in Przemyśl, 1892/93 absolv. er den Höheren Geniekurs in Wien, 1893/94 war er der Geniedion. in Krakau zugeteilt. 1895/96 stud. er an der Univ. Wien Physik und Mathematik, ab September 1896 wirkte er an der Genieabt. der Techn. Militärakad. in Wien (ab 1904 in Mödling) als Lehrer der Physik und Mechanik, ab September 1897 lehrte er außerdem als Hptm. an der Kriegsschule Naturwiss. Seine Lehrtätigkeit, die N. mit äußerst fruchtbaren wiss. Forschungen verband, übte er bis Ende Februar 1916 aus. Er rückte dann als Kmdt. der Hochspannungshindernis-Bauleitung des 7. Armeekmdo. an die Pruth-Dnjestr-Front ein, 1916–18 wirkte er als Kmdt. des Elektrobaon. 1 und als Elektroreferent des 1. Armeekmdo. an der rumän. Front, 1917 Obst. Von April bis Oktober 1918 kommandierte N. das Elektrobaon. 6 an der Piavefront. Anfang November 1918 stand er kurz als Inspizierender der Elektrobaon. der Heeresgruppe Boroević in Verwendung. Nach einer kurzen Einteilung an der Techn. Militärakad. in Mödling trat N. im Jänner 1919 i. R.; im Mai dieses Jahres wurde er als Obst. in die poln. Armee übernommen, wo er am 7. 6. 1919 zum Chef des Militärtechn. Inst. in Warschau ernannt wurde. 1920 zum GM befördert, wirkte N. 1922/23 als Kmdt. der Militärabt. der Techn. Hochschule in Lemberg, 1923/24 als Stellvertreter des Kmdt. des VI. Armeekorps in Lemberg, schließlich kurze Zeit beim Obersten Militärgerichtshof in Warschau. Ab 1924 i. R., lebte er in den folgenden Jahren in Mödling. Als hervorragender Lehrer und Wissenschafter genoß N., auf den Gebieten der Physik und Mechanik, der Elektrotechnik, des Telegraphenwesens und der Zeitmessung vielfach publizist. tätig, internationalen Ruf. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Lehrer an Militärschulen erwuchs eine grundlegende Stud. über die Reform dieser Schulen, die während des Ersten Weltkrieges Grundlage für Reformpläne des Kriegsmin. wurde.

W.: Über das Problem der Luftschiffahrt, in: Organ der militärwiss. Ver., Bd. 61, 1901; Ausgewählte Kapitel der Technik mit bes. Rücksicht auf militär. Anwendungen, 1907, 2. Aufl. 1908; Stud. zu einem Reformentwurf unseres Militär-Erziehungs- und Bildungswesens, 1912; Die älteste techn. und kriegstechn. Hochschule im Wandel der Zeiten, in: Militärwiss. Mitt., Jg. 74, 1943; etc.
L.: Z. für techn. Physik, Jg. 10, 1929, n. 1; Enc. Wojskowa, red. von O. Laskowski, Bd. 5, 1936; Poggendorf 6.
(R. Egger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 32, 1976), S. 125f.
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