Nikisch, Arthur (1855-1922), Komponist und Dirigent

Nikisch Arthur, Komponist und Dirigent. * Lébény-Szentmiklós, Kom. Wieselburg (Ungarn), 12. 10. 1855; † Leipzig, 23. 1. 1922. Sohn eines Verwaltungsbeamten; erhielt sechsjährig ersten musikal. Unterricht, stud. 1866–73 am Wr. Konservatorium bei J. Hellmesberger (s. d.) Violine und bei O. Dessoff (s. d.) Komposition und wurde 1874 Violinist im Hofopernorchester. Ab 1878 war N. zunächst Chordir., dann 1. Kapellmeister des Leipziger Stadttheaters. Weitere Stationen seiner Karriere waren: 1889 Dirigent des Bostoner Symphonieorchesters, 1893 Operndir. und 1. Kapellmeister in Budapest, 1895 Dirigent des Leipziger Gewandhausorchesters und des Berliner Philharmon. Orchesters, 1897 der Philharmon. Konzerte in Hamburg, 1902–07 Stud.Dir. des Leipziger Konservatoriums und 1905–1906 Operndir. dortselbst. Daneben unternahm N. als einer der ersten großen reisenden Dirigenten ausgedehnte Tourneen durch Europa und die USA. Er war ein suggestiver, der Romantik verhafteter Orchesterleiter, der seine größten Erfolge mit Werken von Schumann, Liszt (s. d.), Wagner, Tschaikowsky, Bruckner (s. d.) und Brahms (s. d.) erzielte, sich aber auch für neuere Meister wie Reger, Mahler (s. d.) und R. Strauss einsetzte.

W.: Symphonie; Orchester-Fantasie über Themen aus V. Neßler, Trompeter v. Säckingen; Streichsextett; Streichquartett; Violinsonate; Christnacht (Kantate).
L.: N. Fr. Pr. vom 20. 6. 1912, 12. 10. 1915, 24. und 26. 1. 1922; I. Lipajew, A. N., 1904; E. Segnitz, A. N., 1920; A. Dette, N., 1922; A. N., Leben und Wirken, hrsg. von H. Chevally, 1922; F. Pfohl, A. N., 2. Aufl. 1925; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Frank–Altmann; Riemann; Kosch, Theaterlex.; N. Österr. Biogr., Bd. 5, 1929, S. 102 ff.; Wer ist’s? 1905–14.
(U. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 32, 1976), S. 128
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