Noot, Hugo von (1842-1923), Industrieller

Noot Hugo von, Industrieller. * Löhnen b. Wesel (Nordrhein-Westfalen), 29. 1. 1842; † Wartberg (Stmk.), 22. 11. 1923. Kam 1863 nach Wien; nahm dann enge Kontakte mit der Waffenfabrik in Steyr auf und konnte in deren Auftrag in Konstantinopel einige günstige Geschäfte abschließen. 1866 hielt er sich zu ähnlichen Transaktionen in den Vereinigten Staaten auf, welche er auch später zu Stud.-Zwecken wiederholt besuchte. 1870/71 errichtete N. gem. mit F. Vogel († 1901) ein Eisen- und Stahlwerk in Wartberg (Stmk.), wo man vorwiegend Werkzeuge und Armeeausrüstungsgegenstände erzeugte (Spaten, Sattelgestelle, Pioniergeräte, Messingzünder). Eine Ausgestaltung erfuhr die Fabrik durch die Erwerbung der benachbarten Hammerwerke in Mitterdorf, wo man sich vor allem auf die Fertigung von Halbfabrikaten konzentrierte. Bei dem Unternehmen bestanden ab der Gründung eine Arbeiterkrankenkasse, ab 1889 eine Unfallversicherung, weiters eine Pensionsversicherung sowie Arbeiterwohnhäuser. Die Fa. übernahm auch die Vertretung der Waffenfabrik Steyr und wurde mit größeren Abschlüssen bes. in Deutschland und Frankreich betraut. N., der auch Mitbegründer der AG zur Fabrikation vegetabil. Öle in Triest war, führte ab 1887 auch die Erweiterung der Werke der Krain. Ind.Ges. zu modernen Anlagen durch. Ab 1883 österr. Staatsbürger, fungierte er 1899–1918 als Mitgl. des Ind.-Rates, 1909–18 als Herrenhausmitgl.; Mitgl. des Verwaltungsrates zahlreicher AG, 1900 nob.

L.: N. Fr. Pr. vom 28. 12. 1909, 23. und 30. 11. 1923; Grazer Volksbl. vom 24. 11. 1923; Stahl und Eisen 44, 1924, H. 4, S. 112; Knauer; E. Pultar, Die Tätigkeit des Ind.Rates (1898–1914), phil. Diss. Wien, 1973.
(H. Stekl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 32, 1976), S. 147f.
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