Noren, Heinrich Suso Johannes (1861-1928), Violinist, Musikpädagoge und Komponist

Noren Heinrich Suso Johannes, Violinvirtuose, Musikpädagoge und Komponist. * Graz, 5. 1. 1861 (Taufdatum); † Rottach a. Tegernsee (Bayern), 6. 6. 1928. Sohn des Prof. am Grazer Joanneum J. Gottlieb (s. d.), hieß ab 1916 Noren; absolv. nach Grundstud. in Graz die geiger. Ausbildung ab 1878 bei Vieuxtemps in Brüssel und 1883 bei Massart in Paris. Er wirkte dann als Konzertmeister in Belgien, Spanien, Rußland und Deutschland, stud. dazwischen Komposition bei Bußler und Gernsheim in Berlin und ließ sich 1895 als Musikpädagoge in Krefeld nieder, wo er ein eigenes Konservatorium gründete. Nach Interimsjahren in Düsseldorf folgte N. 1901 einem Ruf als Lehrer an das Sternsche Konservatorium in Berlin, 1907–11 unterrichtete er in Dresden. 1915 zog er sich nach Rottach zurück. N., dessen hohes Können sich in seinen Violinkompositionen spiegelt, zählte zu den großen Geigern seiner Zeit. Als Komponist einer Oper sowie zahlreicher Vokal- und Instrumentalwerke steht er sowohl Brahms (s. d.) als auch R. Strauss nahe.

W.: Der Schleier der Beatrice, Oper; Männerchöre; Lieder; Orchester-Variationen; Kammermusikwerke; Violin- und Klavierstücke.
L.: W. Suppan, Steir. Musiklex., 1962–66; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Einstein; Frank–Altmann; Riemann; Schmidl.
(W. Suppan)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 32, 1976), S. 151
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