Nossberger, Adolf (1881-1946), Alpinist und Vereinsfunktionär

Nossberger Adolf, Bergsteiger und Vereinsfunktionär. * Weitra (NÖ), 2. 2. 1881; † Wien, 13. 4. 1946. Absolv. 1900 die Lehrerbildungsanstalt in Wien (1902 Lehrbefähigung für allg. Volksschulen) und unterrichtete ab 1900 an verschiedenen Volksschulen in Wien, 1934 als Oberlehrer i. R. N. war 1911 1. Schriftführer der aus dem Lehrer-Touristenklub umgebildeten Sektion Wr. Lehrer des DÖAV, deren 1. Vorstand er 1920–38 war, ab 1935 Ehrenvorstand. Schon 1917 war er dem ÖAK beigetreten. 1915–18 leistete er Kriegsdienst als Militär-Schi-Instruktor in den Radstädter Tauern sowie als Bergführeroff. an der Marmolatafront. N. war im Alpinen Rettungsausschuß Wien (ab 1922 als Obmann), dem Vorläufer des nach Ende des Zweiten Weltkriegs als selbständiger Ver. gebildeten Österr. Bergrettungsdienstes, tätig. 1932 übernahm er den Vorsitz der Arbeitsgemeinschaft für den Wintersport-Unfalldienst in Wien und Umgebung. 1939–45 war er Landesführer der dem Dt. Alpenver. angegliederten Bergwacht und Obmann der Alpinen Rettungsstelle Wien. Er konstruierte auch Rettungsgeräte und widmete sich intensiv dem Naturschutz. Durch seine Erschließungstätigkeit in der Schobergruppe eröffnete N. seiner Sektion ab 1921 ein großes Arbeitsgebiet mit verschiedenen hochalpinen Weg- und Steiganlagen sowie die Hochschoberhütte und die Gradensee-, jetzt A. N.-Hütte. 1927 wurde nach seinem Plan die Sadnighütte in der südlichen Goldberggruppe erbaut, über sein Betreiben auch die Grössingeralmhütte in den Ennstaler Alpen und die Wr. Lehrerhütte auf der Hinteralm der Schneealpe. Begleiter: seine Frau Sophie, geb. v. Schosserer, J. Borde, F. Kaukal, J. Krenn, Schönpflug, R. Stigler etc.

Erstersteigungen: Gipfel im Südsüdostgrat des Debantgrates (1912), Zilinkopf (1925), beide Schobergruppe. Erstbegehungen: Hochschober, Südostgrat, östlicher Ast (1901), Abstieg von der Großen Mirnitzspitze durch die Schneerinne zum Naßfeldkofel (1901), Staniskascharte, vollständige Überschreitung (1920), Mirnitzscharte, Östliche Leibnitzer Rotspitze, Südsüdostgrat (1923), alle Schobergruppe. W.: Führer für Schneeschuhläufer durch die Ennstaler Alpen (Gesäuse), gem. mit J. Borde, 1922; Führer durch die Schobergruppe, gem. mit O. Böhm, 1925, Erg. 1935; Kurzer Führer über die Sommer- und Winterbergfahrten im Bannkreis der Sadnighütte, 1935. Mitarb. an: Taschenbuch der Alpenver.-Mitgl., 1928; Alpenver.Karte der Schobergruppe (1:25 000), 1936; etc. Zahlreiche Aufsätze, Beitrr. und Bergfahrtenberr. in Nachr. der Alpenver.-Sektion Wr. Lehrer (deren Red. ab 1935), Mitt. DÖAV, 1929, 1934, Bergsteiger, 1923, 1929, ÖAZ, 1941, Arbeitsber. der Bergwacht-Landesführung Wien, 1940, Z. für Leibeserziehung, 1940–41, Dt. Rettungswesen, 1942. Belletrist.: Das grüne Kreuz auf der Raxalpe (Filmdrehbuch); etc.
L.: Nachr. der Alpenver.Sektion Wr. Lehrer, 1946; ÖAZ, 1950, S. 24 ff.; E. Pichl, Wiens Bergsteigertum, 1927; Festschrift der Sektion Wr. Lehrer zum 25-jährigen Bestand der Sektion, 1936; Grundwald, n. 3833; Mitt. S. Nossberger, Wien.
(R. Hösch)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 32, 1976), S. 153f.
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