Oer, Franz Frh. von (1852-1930), Dompropst

Oer Franz Frh. von, Dompropst. * Dresden, 30. 9. 1852; † Neustadt a. d. Aisch (Mittelfranken), 15. 7. 1930. Sohn des aus Westfalen stammenden Historienmalers Prof. Theobald Frh. v. Oe.; stud. zuerst kath. Theol. in Fulda, ab 1873 in Innsbruck (Alumne des Canisianums), 1876 Priesterweihe. Da ihm als Jesuitenschüler die seelsorger. Tätigkeit in seiner Heimat nicht gestattet war, wurde Oe. 1877 in die Diözese Graz-Seckau aufgenommen. Er stud. zwei Jahre an der Gregoriana in Rom (Dr. iur. can.) und war gleichzeitig Kaplan bei S. Maria dell’Anima. In die Stmk. zurückgekehrt, wirkte er kurze Zeit als Kaplan in Deutschlandsberg. 1879 ernannte ihn Fürstbischof Zwerger zum Hofkaplan und Ordinariatssekretär. 1894 Domkapitular. 1918 Dompropst. Oe., ein großer Förderer des kath. Ver.Wesens und der kirchlichen Presse in Graz, war ab 1923 auch einige Jahre Gen.-Vikar. Seine Schwester, Anna Freiin von Oe., war eine bedeutende Malerin.

W.: Fürstbischof J. Bapt. Zwerger v. Seckau, 1897; Geschichte der St. Pauluskirche in Graz sowie der Grazer Marian. Congregationen, 1902; Die Grazer Domkirche und das Mausoleum Ferdinands II., 1915; Die Eremiten in Stmk., 1917; Ursprung und Geschichte der Wallfahrtskirche Maria Trost b. Graz, 1918; Das Bruderschaftswesen der Diözese Seckau, 1919; Die St. Thomaskirche auf dem Grazer Schloßberg, 1920; Ehrenbuch steir. Priester, 1920; mehrere Abhh. in Bll. für Heimatkde., 1924 ff.
L.: Grazer Volksbl. vom 16., 20. und 24. 7. 1930; Bll. für Heimatkde., Jg. 8, 1930, S. 90 f.; Präsideskorrespondenz für Marian. Kongregationen, 1930, n. 24; St. Joseph-Kalender, 1931, S. 110 f.; Frauenkalender, 1931, S. 82 ff.; P. A. Lamprecht, Dompropst v. Oe., in: 50 Jahre Ges. Jesu in Graz, 1936; Kosch, Das kath. Deutschland; K. M. Stepan, Stückwerk im Spiegel, 1949; K. Amon, Die Bischöfe von Graz-Seckau 1218–1968, 1969; Mitt. F. Meißner, Bonn-Beuel (BRD).
(K. Klamminger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33, 1977), S. 210
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