Orel, Johann von (1834-1894), Industrieller

Orel Johann, Industrieller. * Studnitz (Studnice, Mähren), 1834; † Wien, 22. 6. 1894. Nach seiner Lehrzeit in Mähren kam O. nach Wien und arbeitete im Eisenwarenhandel. 1861 machte er sich selbständig und übernahm die Wr. Niederlassung der Eisenwarenfa. Machanek & Co. Nach drei Jahren wurde er Teilhaber der Fa. und schließlich leitender Dir. Er organisierte 1870 die Fa. völlig neu und wandelte sie in die Moravia, k. k. priv. Homboker und Marienthaler Eisenwaren Ind.- und Handels AG um. Diese erzeugte vor allem Nägel (in dieser Sparte das größte Unternehmen der Monarchie), daneben auch Absatzeisen, Baubeschläge und Öfen, in einem Zweigwerk Feineisenguß und Email. 1898 beschäftigte das Homboker Werk 360 Arbeiter mit einer Jahresproduktion von 1400 Tonnen und das Werk zu Marienthal 500 Arbeiter bei einem Ausstoß von 1100 Tonnen Produkte pro Jahr. Aus kleinen Verhältnissen stammend, war O. sozial stark interessiert. Er richtete bereits in den 70er Jahren eine Arbeiterkrankenkassa ein, wozu später noch eine Alters- und Invalidenkassa und ein Pensionsinst. kamen. Er unterstützte Genossenschaften des kleingewerblichen und kaufmänn. Kredits und war u. a. Zensor der Österr.-ung.Bank.

L.: N. Fr. Pr. vom 24. 6. 1894.
(P. Schmidtbauer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33, 1977), S. 244
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