Ortmann, Rudolf (1874-1939), Pädagoge

Ortmann Rudolf, Pädagoge. * Reichenberg (Liberec, Böhmen), 10. 3. 1874; † Wien, 22. 11. 1939. Stud. an den Univ. Prag und Wien Dt., Geschichte und Geographie; 1898–1903 Gymnasiallehrer an einigen Wr. Privatmittelschulen, 1903 Gymnasialprof. in Salzburg. 1904–19 wirkte er als Dir. am neugegründeten Mädchenlyzeum in Wien-Hietzing, welches er bereits 1916 in ein achtklassiges Reformrealgymn. umzuwandeln begann. Ab 1919 (Landesschulinsp.) war O. in der Reformabt. des Staatsamtes für Inneres und Unterricht tätig, leitete ab 1922 die Abt. für pädagog.-didakt. Angelegenheiten der Mittelschulen und gab den ersten amtlichen Lehrplan der Frauenoberschule heraus, dem 1927 eine Lehrplanreform für alle Mittelschulen folgte. Er unterstützte bes. die Ver.-Mädchenmittelschulen sowie deren finanziell schlecht gestellte Lehrkräfte und förderte als Dir. die Anstellung weiblicher Lehrer. 1933 als Sektionschef i. R. 1908–10 erster Obmann des Ver. Lyzeum.

W.: Dt. Lesebuch für die österr. Mädchen-Lyceen, 6 Tle., 1901–06; zahlreiche pädagog. Aufsätze.
L.: Partisch, Bd. 5, S. 41; Geschichte der österr. Mädchen-Mittelschule, hrsg. von A. Mayer–Η. Meißner–H. Sieß, 2 Bde., 1952–55, s. Reg.
(H. Meißner)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33, 1977), S. 255
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