Otto, Erzhg. von Österr. (1865-1906), Feldmarschalleutnant

Otto Erzherzog von Österreich, General. * Graz, 21. 4. 1865; † Wien, 1. 11. 1906. Sohn des Erzh. Karl Ludwig (s. d.) und der Prinzessin Maria Annunziata von Bourbon-Sizilien, Vater K. Karls (s. d.), Neffe K. Franz Josephs (s. d.); trat 1880 als Lt. ins Ulanenrgt. 7 ein und machte rasch Karriere als Truppenoff., meist bei Kav.Rgt. eingeteilt. 1890 Mjr. beim Dragonerrgt. 4, 1894 als Obst. Rgt.-Kmdt. beim Husarenrgt. 9. 1892–96 galt O. als Thronfolger, da man seinen älteren Bruder, Erzh. Franz Ferdinand (s. d.), für unheilbar krank hielt. O. war der Prototyp des „feschen“ Kavallerieoff., hatte keinerlei polit. Ambitionen und Interessen, jedoch gewisse künstler. Neigungen und ein Maltalent, das ihn zur Unterhaltung und Benützung eines Ateliers in der Akad. der bildenden Künste in Wien bewog. O. war ab 1896 Kmdt. der 10. Kav.Brig. und GM, 1899 FML. Seine Funktion als Gen.Kav.Insp. (ab 1904) übte er krankheitshalber nicht mehr aus. 1905 Gen. der Kav. O. war ab 1886 mit Prinzessin Maria Josepha v. Sachsen verheiratet. Die Frage, ob er auf die geistige Entwicklung und die Erziehung seines älteren Sohnes, des späteren K. Karls Einfluß genommen hat, wurde von Persönlichkeiten aus seinem Bekanntenkreis, wie E. Gf. Kielmansegg (s. d.), bejaht.

L.: N. Fr. Pr. vom 17. 2. 1900, 13. 1. 1905, 2. 3., 3. 4. und 6. 11. 1906; RP vom 3. 11. 1906; Neues Wr. Journal vom 23. 3. 1924, 2. 6. 1929 und 1. 11. 1936; Armee-Album, 1889, S. 16; Kosch, Das kath. Deutschland; N. Fugger, Im Glanz der Kaiserzeit, 1932, S. 130 f., 239, 258 f., 315; E. Seeliger, Abendsonne über Habsburgs Reich, 1935, S. 205 ff.; R. Lorenz, K. Karl und der Untergang der Donaumonarchie, 1959, S. 23 ff., 39 ff.; Kaiserhaus, Staatsmänner und Politiker. Aufzeichnungen des k. k. Statthalters E. Gf. Kielmansegg, 1966, s. Reg.; KA Wien.
(P. Broucek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33, 1977), S. 270f.
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