Pachler, Marie Leopoldine; geb. Koschak (1794-1855), Pianistin und Komponistin

Pachler Marie Leopoldine, geb. Koschak, Pianistin und Komponistin. * Graz, 2. 2. 1794; † Graz, 10. 4. 1855. Tochter des Hof- und Gerichtsadvokaten Dr. A. Koschak, Mutter des Vorigen; Schülerin Schnellers, der ihre Talente erkannte und förderte, Freundin Prokesch-Ostens und Beethovens (s. d.), der sie als die „wahre Pflegerin“ seiner „Geisteskinder“ bezeichnete. Nachdem sie in Graz als Pianistin und Komponistin hervorgetreten war, heiratete sie 1816 den Grazer Bierbrauer und Advokaten Dr. Karl P. (* Graz, 4. 11. 1789; † Graz, 22. 10. 1850), den Besitzer des „Rabenschinderhauses“ (heute Herrenhof). Das Ehepaar, welches 1835 F. Kaltenegger v. Riedhorst (s. d.), den späteren Landeshptm. von Krain, als Ziehsohn annahm, führte ein sehr gastliches Haus, in dem u. a. die Hofschauspieler S. Müller (s. d.), Löwe, H. Anschütz (s. d.) und Rettich, die Musiker Hüttenbrenner (s. d.) und Jenger (s. d.), die Dichter Holtei und Leitner (s. d.), die Maler Abel und Teltscher verkehrten. Auf P.s Anregung vertonte Schubert, der 1827 in Graz drei Wochen ihr Gast war, die Lieder „Heimliches Lieben“ (Text von Klenke), D 922, und „Eine altschottische Ballade“, D 923, sowie Leitners Gedichte „Das Weinen“, D 926, „Vor meiner Wiege“, D 927, und bereits 1826 „Gesang“ (An Sylvia), D 891, die er alle seiner Gönnerin widmete. Der „Kindermarsch“, D 928, von Schubert für Karl P.s Namenstag geschrieben, wurde von P. und ihrem Sohn Faust 1827 uraufgeführt.

L.: Tagespost (Graz) vom 30. 12. 1942 und 6. 1. 1943; Neue Zeit vom 30. 6. 1962; A. Luschin-Ebengreuth, Einiges vom Rosenberg, in: Z. des Hist. Ver. für Stmk. 21, 1925, S. 5 ff., 25, 1929, S. 105 ff., 53, 1962, S. 349 ff.; Bll. für Heimatkde. 36, 1962, S. 81 ff.; Das Programm 5, 1964, H. 12; Bll. für Heimatkde. 39, 1965, S. 176 ff.; F. Pachler, Beethoven und M. P.-Koschak, 1866; W. Suppan, Steir. Musiklex., in: Beirr. zur steir. Musikforschung 1, 1962–66; Riemann; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; Lex. der Frau; A. Schlossar, Kultur- und Literaturgeschichte Stmk., 1898, S. 124 ff.; O. E. Deutsch, Aus Beethovens letzten Tagen, in: Österr. Rundschau, Bd. 10, 1907, S. 189 ff.; ders., Schuberts Aufenthalt in Graz, in: Die Musik vom 1. und 15. 1. 1907; A. Berger, Prokesch-Osten, 1921, s. Reg.; A. G. Huber, L. v. Beethoven. Seine Schüler und Interpreten, 1953, S. 30 f.; H. Lohberger, Der Weihnachtsbaum in Graz, in: Bll. für Heimatkde. 35, 1961, S. 132 ff.; ders., F. Schuberts vergnügte Grazer Tage, in: Das Programm 6, 1965, H. 9; Mitt. Th. Graff, Graz.
(H. Lohberger)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33, 1977), S. 283
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