Pachta von Rayhofen, Johann Josef Philipp Gf. (1723-1822), Offizier, Mäzen und Komponist

Pachta von Rayhofen Johann Josef Philipp Graf, Offizier, Mäzen und Komponist. * 1723 (?); † Prag, 17. 3. 1822. Diente als Kav. Off. in der k. Armee, 1751 Mjr. im Dragonerrgt. 11. 1758 Obst. und Rgt.Kmdt., 1762 als Gen.Feldwachtmeister ad honores i. R. Kämmerer; sein Haus in Prag (Nikolanderg. n. 134, heute demoliert) war ein bedeutendes Ges.- und Kulturzentrum. P., der, wie sein Bruder Ernst, ab 1760 eine eigene Kapelle unterhielt, war selbst Musiker und Komponist und war mit dem Komponisten J. Mysliveček bekannt. Mozart komponierte auf seinen Wunsch sechs dt. Tänze, KV 509. P. gehörte wahrscheinlich zu den Gründern der Ges. zur Beförderung der Tonkunst (1810). Er wurde später mit seinem Neffen Johann Josef Gf. P. (* 1756; † 17. 4. 1834) verwechselt, der vermutlich Autor von sechs Violinsonaten ist, die sich im P.-Archiv des Nationalmus. in Prag befinden. Nach der Gründung des Prager Konservatoriums (1811) wurde die P.sche Kapelle, die in den letzten Jahren in der Zusammensetzung einer Harmonie gespielt hatte, aufgelöst.

W.: Symphonie; etc. Publ.: Kleine Aufsätze polit. Inhalts, 1790.
L.: Jb. der Tonkunst von Wien und Prag, 1796, S. 142; Allg. musikal. Ztg., 1800, S. 487; Das Haydn-Jb., Bd. 10, 1977; G. J. Dlabacz, Allg. hist. Künstler-Lex. für Böhmen . . ., Bd. 1–2, 1815; Kosch; Wurzbach; Otto 19; Rieger; P. Nettl, Mozart in Böhmen, 1938, S. 99; J. Němeček, Nástin české hudby 18. stol. (Überblick über die tschech. Musik im 18. Jh.), 1955, S. 285; V. J. Sýkora, F. X. Dušek, 1958, S. 28, 75; T. Volek, Mozart a Praha (Mozart und Prag), 1973, S. 29; F. Dedekind, Geschichte des k. k. Franz Joseph I. Dragonerrgt. n. 11, 1879; Staatsarchiv, Křivoklát (ČSSR).
(A. Myslík)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 33, 1977), S. 284
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