Panschab, Justin (Johannes Ev.) (1859-1930), Abt

Panschab Justin (Johannes Ev.), OCist., Abt. * Brünn, 25. 12. 1859; † Lilienfeld (NÖ), 29. 12. 1930. Trat 1877 in das Zisterzienserstift Lilienfeld ein, absolv. die theolog. Stud. in St. Pölten, 1881 feierliche Profeß, 1882 Priesterweihe. Er war dann in der Seelsorge tätig und wurde 1899 zum Abt von Lilienfeld und Marienburg gewählt. P. sah in der Schaffung von sozialen und wirtschaftlichen Verbesserungen eine große Aufgabe. 1899 ließ er die Kanalisation und Wasserleitung für Stift und Ort errichten, 1902 folgte die Eröffnung des Stifts-Elektrizitätswerkes und die Errichtung eines Elektrizitätswerkes in Marienberg, der Bau des neuen Sägewerkes sowie von Arbeiterwohnungen in Lilienfeld etc. Ungemein caritativ eingestellt, veranlaßte er 1902 die kostenlose Grundüberlassung für den Bau des Bez.Krankenhauses in Lilienfeld und unterhielt während des Ersten Weltkriegs im Stift ein Rekonvaleszentenheim. Während seiner Amtszeit wurden die meisten zum Stift gehörigen Kirchen und Pfarrhöfe restauriert, die Stiftsbibl. fast um die Hälfte ihres Bestandes erweitert, ebenso die Münz- und Medaillensmlg., eine Smlg. von Ordensdekorationen wurde angelegt. 1906 wurde er Konservator der k. k. Zentralkomm. für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und hist. Denkmale für NÖ, 1924 und 1927 Konservator des Bundesdenkmalamtes für den Bez. Lilienfeld. P. wurde für seine Verdienste vielfach geehrt und ausgezeichnet.

L.: Vaterland vom 30. 5. 1899; RP vom 31. 5. 1899, 31. 8. 1902 und 31. 12. 1930; St. Pöltner Ztg. vom 18. 1. und 26. 7. 1900 und 13. 12. 1906; Wr. Ztg. vom 9. 4., Mödlinger Bez. Bote vom 24. 8., Neuigkeits-Welt-Bl. vom 28. 8. 1902; Neues Wr. Journal vom 31. 12. 1903; Fremden-Bl. vom 21. 6., 21. und 25. 8. 1902 und 10. 4. 1905; Bote aus Stadt und Land vom 6. 10. 1904 und 30. 3. 1905; Wr. Salonbl. vom 18. 4. 1914; Stud. und Mitt. aus dem Benedictiner- und dem Cistercienser-Orden, Jg. 20, 1899, S. 526; Cistercienser-Chronik, Jg. 43, 1931, S. 65 f.; Wr. klin. Ws., Jg. 27, 1914, S. 470 ff.; Mähr.-schles. Heimat, 1975, S. 177; P. Tobner, Lilienfeld 1202–1902, 1902, S. 562.
(E. Müller)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 34, 1977), S. 315f.
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