Panzl, Johann (1786-1862), Landesverteidiger

Panzl Johann, Landesverteidiger. * Mittersill (Salzburg), 23. 6. 1786; † Matrei (Osttirol), 22. 8. 1862. Sohn eines Gastwirts; wurde Bierbrauer und beteiligte sich schon 1805 am Kampf um den Paß Strub. Später übernahm er in Matrei die Brauerei seines Vaters. 1809 zum Schützenhptm. gewählt, zeichnete er sich in allen Kämpfen durch beispiellose Verwegenheit aus. Die Franzosen erklärten ihn als vogelfrei und zerstörten seine Brauerei. Wiederholt verhaftet, gelang ihm zweimal die Flucht nach Wien, doch kehrte er jedesmal zu seiner Familie zurück. Unter steter Polizeiaufsicht brachte er sich als Drechsler durch und wurde erst Ende 1811 begnadigt. 1813 kommandierte er die Matreier Schützen im Kampf um die Mühlbacher Klause. Er erhielt dann einen bescheidenen Beamtenposten und widmete sich nach seiner Pensionierung (1829) der Bildhauerei.

W.: Die Gefechte im Jahre 1805, 1809 und 1813, die er selbst mitgemacht, so wie die übrigen Haupt-Begebenheiten seines Lebens, in: A. Peternader, Tirols Landes-Vertheidigung . . ., Tl. 2, 1849; Selbstbiographie, bearb. von S. Rieger, in: Anno Neun, Bd. 19/20, 1909.
L.: Salzburger Ztg., 1872, n. 197; Salzburger Volksbl., 1909, n. 67, 1913, n. 8–9 (Beilage); Veteranenztg., 1912, n. 19–20; Tiroler Anzeiger, 1912, n. 82; RP, 1931, n. 324; Kitzbühler Nachr., 1932, n. 33, 34; Dolomiten, 1959, n. 81 (Beilage); Jahresberr. des vaterländ. Mus. . . ., 1853, S. 19 ff.; Salzburger Bauernbundkalender, 1912, n. 52; Osttiroler Heimatbll. 9, 1932, S. 11 ff., 30; Adler 77, 1959, S. 64 ff.; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; A. Pichler, Salzburgs Landesgeschichte, 1865, S. 878, 903, 908, 952; Mitt. F. Pagitz, Salzburg.
(H. Hochenegg)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 34, 1977), S. 318
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