Perls, Armin (1853-1914), Rabbiner und Theologe

Perls Armin, Rabbiner und Theologe. * Nagykároly, Kom. Szatmár (Carei, Rumänien), 1. 11. 1853; † Budapest, 8. 9. 1914. Abkömmling des Hohen Rabbi Löw aus Prag. Erwarb 1879 an der Berliner Hochschule das Rabb.Diplom und wurde im selben Jahr an der Univ. Jena zum Dr. phil. prom. Er wirkte dann als Rabb. in Kaschau, Kecskemét und 1899–1914 in Fünfkirchen. P., der bei modernem Inhalt die traditionelle Form der jüd. Predigt beibehielt, galt als der bedeutendste ung. jüd. Kanzelredner seiner Zeit. Er übers. einige Bücher der Bibel ins Ung. und beschäftigte sich vor allem mit jüd. Archäol. und der Aggada. Er war ein hervorragender Organisator und Repräsentant des ung. Rabbinertums.

W.: Bet Neeman, 1908 (Responsen seines Großvaters I. M. Perls, mit Lebensbeschreibung); Der Minhag im Talmud, in: Festschrift zu I. Lewy’s 70. Geburtstag, hrsg. von M. Brann und J. Elbogen, 1911; Der Selbstmord nach der Halacha, in: Ms. für die Geschichte und Wiss. des Judentums 55, 1911; Das Plagium, ebenda, 58, 1914.
L.: P. A. emlékezete (A. P. zum Gedächtnis), 1915 (mit Bibliographie); Enc. Jud.; Szinnyei; I. Benoschofsky. Harminc év után (Nach 30 Jahren), 1958, S. 37 ff.; J. Schweitzer, A Pécsi Izraelita Hitközség története (Geschichte der israelit. Gemeinde in Fünfkirchen), 1966, S. 75 ff.
(A. Scheiber)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 7 (Lfg. 35, 1978), S. 426
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