Pfest, Leopold Ladislaus (1769-1816), Schriftsteller

Pfest Leopold Ladislaus, Schriftsteller. * Isen b. Freising (BRD), 15. 11. 1769; † Salzburg-Gnigl, 3. 10. 1816. Stud. in Freising und Salzburg Jus; trat 1791 als Beamter in den Dienst des Erzbischofs Colloredo und war in Neumarkt, dann in Mattsee als Oberschreiber tätig. Während der französ. Besatzungszeit wirkte er 1800/01 als Leiter des Gerichtes in Waging, ab 1802 in Saalfelden, ab 1804 als Administrator des Pfleg- und Landgerichtes Neuhaus (1805 kursalzburg. Rat), ab 1816 als k. Landrichter in Salzburg-Gnigl. Als Schriftsteller folgte P., zumeist in Distichen, klass. Vorbildern und Motiven. In den „Epigrammen“ wandelte er unter häufiger Verwendung von Bildern und Vergleichen aus der antiken Mythol. verschiedene Themen aus persönlichen und überpersönlichen Bereichen ab. Seine gegner. Einstellung zur Romantik, die er „die neue poetische Mystik“ nannte, ist ebenso zu erkennen wie seine Polemik gegen die zeitgenöss. Kritik.

W.: Gedichte, 1804; Epigramme, 1811; Fest- und Gelegenheitsgedichte; kleinere Abhh. in Ztg. und Z. Hrsg.: Anthologia epigrammatica latina e poetis post renatas scientias ad nostra usque tempora claris edita, Bd. 1, 1805; Tisch- und Trinklieder der Dt., 2 Tle., 1811; Die Jahreszeiten. Eine Liederlese für Freunde der Natur, 1812.
L.: J. Schwarzbach, Beitrr. zur salzburg. Literaturgeschichte, in: Salzburger Ztg. vom 2.–16., 21.–22. und 27.–28. 6. 1882; ders., L. L. P. Biograph. Skizze, in: Mitt. der Ges. für Salzburger Landeskde. 33, 1893, S. 213 ff.; ADB; Brümmer, 18. Jh.; Giebisch–Gugitz; Goedeke, s. Reg.; Kosch; Kosch, Das kath. Deutschland; Nagl–Zeidler–Castle, Bd. 2, S. 930; Wurzbach.
(A. Schmidt)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 36, 1979), S. 37
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