Piątkiewicz, Ludwik (1801-1876), Politiker und Schriftsteller

Piątkiewicz Ludwik, Politiker und Schriftsteller. * Lemberg (L’viv), 1801; † Tarnopol (Ternopiľ, Galizien), 20. 6. 1876. Stud. einige Zeit an der Univ. Warschau Jus, war Gründer und einer der Leiter des Ver. Związek Wolnych Braci Polaków. 1821 red. er das Organ des Freimaurerver. „Dekada Polska“ und veröff. darin einige seiner polit. Artikel. Als Mithrsg. einer Flugschrift, welche den Text der poln. Konstitution von 1791 enthielt, wurde P. verhaftet, und dann als österr. Untertan nach Galizien abgeschoben. Nach seiner Entlassung aus der Haft war P. als Schriftsteller und Übers. dt. Dichtungen ins. Poln. tätig. Er beteiligte sich mit dem Lemberger Historiker Mauss (s. d.) an der Gründung der dt.-poln. Z. „Pilger von Lemberg“ (1825), die er ab 1827 unter dem Titel „Pątnik Narodowy“ red. und hrsg. 1831 nahm er als Off. am Novemberaufstand im Kg. Reich Polen teil und arbeitete als Agent des Gen.Stabs, um die Möglichkeiten einer Ausweitung des Aufstandes in Galizien auszukundschaften. Nach dem Aufstand lebte er als Schriftsteller, zeitweise auch als Verwaltungsbeamter in Galizien.

L.: K. Poklewska, Patnik Przemijajacy, in: Prace Polonistyczne 27, 1971, S. 165 ff.; S. Askenazy, Lukasiński, Bd. 1–2, 1929, s. Reg.; A. Kamiński, Tajne zwiazki młodzieży 1804–31, 1963, s. Reg.; K. Poklewska, Galicja romantyczna, 1976, s. Reg.
(M. Tyrowicz)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 36, 1979), S. 47f.
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