Pichler, Johann (1860-1927), Seelsorger und Schriftsteller

Pichler Johann, Seelsorger und Schriftsteller. * Großkrut (NÖ), 22. 3. 1860; † Wien, 22. 10. 1927. Sohn eines Arztes, Bruder des Seelsorgers und Schriftstellers Wilhelm P. (s. d.); stud. ab 1878 an der Univ. Wien kath. Theol. (1882 Priesterweihe) und war dann als Seelsorger, zuletzt als Pfarrer in Maissau (1893–1903) tätig. Um sich ganz dem Religionsunterricht widmen zu können, ließ er sich pensionieren und wirkte als Katechet an der Volks- und Bürgerschule für Mädchen der Barmherzigen Schwestern in Wien, daneben auch als 1. Seelsorger an deren Spital. P. begründete gem. mit seinem Bruder Wilhelm P. die Wr. katechet. Methode und war im Wr. Katechetenver. führend tätig. Seine der kindlichen Auffassung besser als die intellektualist. texterklärende katechet. Methode des 19. Jh. entsprechenden Katechesen sind in method. einheitlichen und zusammenhängenden Lehrstücken aufgebaut und betont seelsorglich ausgerichtet. Durch die von ihm erwirkte Lehrbuch- und Lehrplanreform wurde er zum Bahnbrecher für die Umgestaltung des Katechismusunterrichtes.

W.: Lehrplan für den kath. Religionsunterricht an den Volks- und Bürgerschulen Österr., gem. mit W. Pichler, 1904; Kath. Volksschul-Katechesen, 4 Tle., 1905–1907, 5. Aufl. 1917–19; Katechesen für die Oberstufe . . . sowie für die Christenlehre, 3 Tle., 1911–14, Tl. 1–2, 3. Aufl. 1922–24, Tl. 3, 2. Aufl. 1918; Der Weg zum Leben (für das Volk) mit Beispielen und Bildern, 1919, 4. Aufl. 1932; Kath. Religionsbuch (für die älteren Kinder), 1923, 5. Aufl. 1930; Abhh. in Christlich-pädagog. Bll.
L.: Christlich-pädagog. Bll., 1927, S. 257; Buchberger; Kosch, Das kath. Deutschland; J. Grippel, Geschichte des fürsterzbischöflichen Knabenseminars der Erzdiözese Wien zu Oberhollabrunn, 1906, S. 107; F. Jachym, Katechet. Besinnung, 1951, s. Reg.
(F. Loidl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 36, 1979), S. 54f.
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