Pischinger, Karl (1823-1886), Maler, Radierer und Lithograph

Pischinger Karl, Maler, Radierer und Lithograph. * Streitdorf (NÖ), 8. 5. 1823; † Liezen (Stmk.), 26. 10. 1886. War Schüler der Wr. Akad. der bildenden Künste, lebte und arbeitete in Wien, stellte in der Akad. der bildenden Künste bei St. Anna und später im österr. Kunstver. aus. Ab 1861 Mitgl. des Wr. Künstlerhauses. Die frühesten Bilder P.s, die sehr bald genreartigen Charakter annehmen, zeigen fast ausschließlich Tiermotive. Es sind meist nur kleine, unscheinbare Begebenheiten, heitere Idyllen, bei denen die unfreiwillige Komik der Tierszenen dominiert. In der Malweise der Ölbilder wurde P. von Schindler und den Künstlern dieses Kreises beeinflußt. Sein Kolorit ist bunt, effektvoll in der Lichtführung und noch ganz dem Biedermeier verhaftet. Erst später verwendete er helle, aufeinander abgestimmte Tönungen, die mehr der maler. Impression als dem Thema folgen. Bes. köstlich sind die Zeichnungen P.s, der sich mit Stift und Aquarell als einer der besten Humoristen des Spätbiedermeiers zeigt. Werke von ihm befinden sich u. a. im Niederösterr. Landesmus., im Hist. Mus. und in der Graph. Smlg. Albertina, alle Wien.

W.: Der treue Wächter; Gute Freunde; Rast am Feld; Der gute Knochen; Diebische Ziege; Esel, Ziege und Schafe vor der Vogelscheuche; Esel beim Bienenstock; Hund vor der verschlossenen Friedhofstür; Der Radbruch; In der Schenke; Auf der Walz; Bettelmusikanten; Am Aschermittwoch; etc.
L.: Wr. Ztg. vom 27. 10. 1886; Bénézit; Seubert; Thieme–Becker; Wurzbach; F. v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jh. 2/1, 1898; R. Feuchtmüller, Berühmte Maler aus NÖ, 1955; H. Fuchs, Die österr. Maler des 19. Jh. 3, 1973.
(R. Feuchtmüller)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 37, 1980), S. 97
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