Plachý, Václav (1785-1858), Komponist und Musikpädagoge

Plachý Václav, Komponist und Musikpädagoge. * Klopotowitz (Klopotovice, Mähren), 4. 9. 1785; † Wien, 11. 7. 1858. Neffe des Vorigen, von dem er gem. mit seinem Bruder Jakub P. erzogen und musikal. ausgebildet wurde. Er setzte sein Musikstud. in Wien fort, wo er u. a. mit Hummel (s. d.) und E. A. Förster bekannt wurde. Ab 1811 war er als Organist an der Piaristenkirche tätig. P., dessen Œuvre über 100 Kompositionen umfaßt, schrieb neben geistlicher Musik mehr als 70 Klavierwerke. Ähnlich wie C. Czerny (s. d.) befaßte er sich auch mit speziellen Problemen der Klaviertechnik. P. war ein Bewunderer Beethovens (s. d.), dem er seine Variationen über ein Thema aus „Fidelio“ (op. 5) widmete.

W.: Messe in B-Dur, op. 24; Graduale in B-Dur, op. 34; Tantum ergo in C-Dur, op. 35; Der prakt. Clavierlehrer, op. 25; Der kürzeste Weg auf den Parnass, enthaltend fortschreitende Originalsätze zum Behelfe des ersten Unterrichts auf dem Pianoforte, 6 He., op. 26; Variations brillantes sur un motif favori de M. Paganini, pour pianoforte, op. 45; Trois morceaux de Salon, pour piano, op. 94; Nationales, op. 104; etc.
L.: Dalibor, 1858, n. 3 (Beilage); Neu-Wien, 1858, n. 35; O. Biba, 250 Jahre Musikpflege an der Piaristenkirche Maria Treu in Wien, in: Singende Kirche 17, 1969/70, S. 2; Černušák–Štědroň–Nováček; Reissmann; Wurzbach; G. Schilling, Das musikal. Europa, 1842, S. 268; Ch. ďElvert, Geschichte der Musik in Mähren und Oesterr.-Schlesien (= Schriften der Hist.-statist. Sektion der Mähr.-schles. Ges. zur Beförderung des Ackerbaues 21), 1873, S. 156 f., Nachträge, S. 244, 254; Universal-Hdb. der Musikliteratur aller Zeiten und Völker, hrsg. von F. Pazdírek, 1904; O. Biba, Die Pflege der Kirchenmusik in der Piaristenkirche, in: 250 Jahre Piaristenpfarre Maria Treu, 1969, S. 48; J. Srb-Debrnov, Slovník hudebních umělců slovanských, Manuskript, Nationalmus. (Musikabt.), Prag.
(A. Myslík)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 37, 1980), S. 113
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