Platter, Julius (1844-1923), Nationalökonom

Platter Julius, Nationalökonom. * Kastelruth (Südtirol), 27. 12. 1844; † Zürich (Schweiz), 3. 11. 1923. Sohn eines Arztes; stud. an den Univ. Innsbruck (1863–68, 1873 Dr. jur.), München und Wien Jus. Nach einem Stud.Aufenthalt in Leipzig Habil. an der Univ. Innsbruck für Statistik (1875) und für polit. Ökonomie (1876). 1877 ao. Prof. der Statistik an der Univ. Czernowitz (Černivci), 1879 o. Prof. der Nationalökonomie an der rechts- und staatswiss. Fak. der Univ. Zürich, 1882–84 Dekan, 1884–1921 o. Prof. der Nationalökonomie am dortigen Polytechnikum. Den Lehren von Smith und Ricardo verpflichtet, trat P. für soziale Reformen von oben, für die Pflichten des Besitzes und für den gerechten Lohn ein. Mit seinen Arbeiten, insbes. durch die Besprechung des dritten Bd. des „Kapitals“ von Marx, lenkte P. auch die Aufmerksamkeit von Engels auf sich.

W.: Der Wucher in der Bukowina (= Soziale Stud. in der Bukowina 1), 1878; Das Recht auf Existenz, 1880; Die Pflichten des Besitzes, 1883; Freiheit und Gleichheit, 1887; Krit. Beitrr. zur Erkenntnis unserer socialen Zustände und Theorien, 1894; Demokratie und Socialismus (= Bibl. für Socialwiss. 10), 1897; Erwerb und Konsum oder Wo steckt der Profit? (= Genossenschaftliche Volksbibl. 1), 1899; Grundlehren der Nationalökonomie, 1903; etc.
L.: Zürcher Post vom 5. 11. 1923; G. Oberkofler, J. P. Ein Tiroler Nationalökonom in der Schweiz, in: Tiroler Heimat 33, 1969, S. 150 ff.; A. Norst, Alma Mater Francisco-Josephina, 1900, S. 55; Hist.-biograph. Lex. der Schweiz 5, 1929; Die Univ. Zürich 1833–1933, 1938, S. 658 ff., 962; UA Innsbruck.
(G. Oberkofler)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 37, 1980), S. 118
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