Pletz, Josef (1788-1840), Theologe und Schriftsteller

Pletz Josef, Theologe und Schriftsteller. * Wien, 3. 1. 1788; † Wien, 30. 3. 1840. Sohn eines Buchhalters; stud. ab 1808 an der Univ. Wien kath. Theol. (1812 Priesterweihe) und wurde Stud.Präfekt am Wr. Priesterseminar sowie Adjunkt der theolog. Stud. 1813 erzbischöflicher Zeremoniär und Dir. des Priesterseminars. 1816 Hofkaplan und Stud.Dir. am Frintaneum, 1823 Prof. der Dogmatik an der Univ. Wien, 1834/35 Rektor; 1827 Kanonikus von St. Stephan, 1830 Domdechant, 1832 Dir. der theolog. Stud. und Referent bei der Stud.Hofkomm, sowie Dr. theol. 1836 Hof- und Burgpfarrer und infulierter Abt von Pagrany (Ungarn). P. war ab 1837 Beichtvater K. Ferdinands I. (s. d.) und des Erzh. Franz Karl (s. d.) sowie Religionslehrer des nachmaligen K. Franz Joseph (s. d.) und von dessen Brüdern. P. gab 1828–40 die 1828 von ihm begründete „Neue theologische Zeitschrift“ heraus, durch welche er einen starken Einfluß auf das geistige Leben ausübte, und gehörte zu den Mitbegründern der Leopoldinen-Stiftung, um die er sich große Verdienste erwarb. Das Wr. Domkapitel verdankte ihm Verbesserungen in der Verwaltung seiner Temporalien.

W.: Betrachtungen über einige Wahrheiten des Christenthums . . ., 2 Bde., 1820–26; Erklärung aller in dem vorgeschriebenen Evangelien-Buche vorkommenden Episteln, 3 Bde., 1822, Neuaufl. 1846; Über den pflichtmäßigen Beytritt kath. Christen zu der . . . Leopoldinen-Stiftung, 1829, italien. 1829; Einige Worte über Kleinkinder-Bewahranstalten, 1829; Die Ehe nach dem Willen unseres Herrn . . ., 1832; Predigten und Ansprachen; Abhh. in Z.
L.: ADB; Graeffer–Czikann; Kosch, Das kath. Deutschland; Wurzbach; V. Seback, Dr. J. P., 1841 (mit Werksverzeichnis); A. Wappler, Geschichte der theolog. Fak. der Univ. zu Wien, 1884, S. 445 f.; H. Zschokke, Geschichte des Metropolitan-Capitels zum Hl. Stephan in Wien, 1895, S. 305, 407; C. Wolfsgruber, Die k. u. k. Hofburgkapelle und die geistliche Hofkapelle, 1905, s. Reg.; Nomenclator literarius theologiae catholicae, hrsg. von H. Hurter, 3. Aufl., 5/1, 1911; J. Thauren, Ein Gnadenstrom zur Neuen Welt und seine Quelle, 1940, S. 153 f.; I. Fried, Das Metropolitankapitel zu St. Stephan in Wien . . ., phil. Diss. Wien, 1952, S. 127 f.; G. Kummer, Die Leopoldinen-Stiftung, (1829–1914) (= Veröff. des kirchenhist. Inst. der kath.-theolog. Fak. der Univ. Wien 1), 1966.
(F. Loidl)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 37, 1980), S. 125f.
<=  S. 1 =>
<=  S. 1 =>