Pössinger (Pösinger, Pessinger), Franz Alexander (um 1767-1827), Violinist und Komponist

Pössinger (Pösinger, Pessinger) Franz Alexander, Violinist und Komponist. * Wien, um 1767; † Wien, 19. 8. 1827. Über die Jugendzeit P.s ist nichts bekannt. 1796 wird er im „Jahrbuch der Tonkunst von Wien und Prag“ als Komponist und Orchestermitgl. (2. Violine) des Hof- und Nationaltheaters erstmals erwähnt. 1798–1827 war er als Violinist an der Wr. Hofmusikkapelle angestellt. 1803 fungierte er als Sachverständiger im Streit zwischen Beethoven (s. d.) und dem Verleger Artaria (s. d.) wegen der Korrekturen zum Streichquintett op. 29. P., der den Ruf eines vorzüglichen Instrumentalisten hatte, hinterließ ein beachtenswertes Œuvre, darunter Bearb. zahlreicher erfolgreicher Opern.

W.: Violinkonzert; Kammermusik für Streicher und Bläser. Opernbearb.: J. Weigl, Das Waisenhaus; A. Gyrowetz, Der Augenarzt; G. Rossini, Die Italienerin in Algier; ders., Richard und Zoraide; ders., Othello; etc.
L.: Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Eitner; Kosch, Das kath. Deutschland; Schilling; Wurzbach; L. v. Köchel, Die k. Hof-Musikkapelle in Wien von 1543–1867. 1869, S. 94; E. L. Gerber, Neues hist.-biograph. Lex. der Tonkünstler, hrsg. von O. Wessely, 3, 1966.
(Ch. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 37, 1980), S. 146
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