Ponchielli, Amilcare (1834-1886), Komponist

Ponchielli Amilcare, Komponist. * Paderno Fasolaro b. Cremona (Lombardei), 31. 8. 1834; † Mailand, 16. 1. 1886. Sohn eines Lehrers und Organisten; nach erstem Musikunterricht bei seinem Vater stud. er 1843–54 am Mailänder Konservatorium u. a. bei Angeleri Klavier und Mazzucato (s. d.) Komposition. Nach Beendigung seiner Stud. war er zunächst Organist an S. Ilario in Cremona, anschließend Kapellmeister der Nationalgarde in Piacenza, 1861–86 Kapellmeister an der Kathedrale von Bergamo. Nach einem sorgfältig gearbeiteten Auftragswerk, dem Ballett „Le due gemelle“, und dem Achtungserfolg der Oper „I Lituani“ gelangte in Mailand seine bekannteste Oper, „La Gioconda“, zur Uraufführung. Ab 1883 war P. auch Prof. am Mailänder Konservatorium. 1884 feierte P. Triumphe in St. Petersburg (Leningrad), 1885 erntete er mit seiner letzten Oper, „Marion Delorme“, großen Beifall beim Publikum, während die Presse zurückhaltend reagierte. Der Tradition Meyerbeers, Gounods und Verdis folgend, bereicherte P. wesentlich die symphon. Sprache der italien. Oper seiner Zeit. Zu seinen Schülern zählten Puccini und Mascagni. Zahlreiche verist. Komponisten, vor allem Mascagni, versuchten ihn nachzuahmen. P. war ab 1874 mit der Sängerin T. Brambilla (1845–1921), die 1872 die Partie der Lucia in der erfolgreichen Neufassung seiner Erstlingsoper, „I promessi sposi“, gesungen hatte, verheiratet.

W.: Il sindaco babbeo (Operette), gem. mit A. Cagnoni, A. Cunio und C. Marcora, 1851; Kantaten; Lieder; Märsche; etc. Opern: I promessi sposi, 1856, Neufassung 1872; La Savoiarda, 1861, Neufassung: Lina, 1877; Roderico, Re dei Goti, 1863; Il parlatore eterno, 1874; I Lituani, 1874, 2. Neufassung: Aldona, 1884; La Gioconda, 1876; Il figliuol prodigo, 1880; Marion Delorme, 1885; I mori di Valenza, vollendet von A. Cadora, 1914; etc. Ballette: Le due gemelle, 1873; Clarina, 1873.
L.: Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Enc. dello spettacolo; Grove; Riemann; Schmidl; G. Cesare, A. P. nell’arte del suo tempo, 1934; U. Rolandi, A. P. librettista, 1935; G. de Napoli, A. P., 1936; A. Damerini, A. P., 1940.
(Ch. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 37, 1980), S. 191f.
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