Pott, (Friedrich) August (1806-1883), Violinist und Komponist

Pott (Friedrich) August, Violinist und Komponist. * Northeim (BRD), 7. 11. 1806; † Graz, 27. 8. 1883. Nach erstem Violinunterricht bei seinem Vater, dem Stadtmusikus Johann Friedrich P., unternahm er bereits mit zehn Jahren eine erste Kunstreise. 1819–21 war er Violinschüler Kiesewetters in Hannover, 1822–32 Mitgl. (ab 1827 Kammermusikus) der kgl. Hofkapelle, 1822/23 ließ er sich für Stud. in Kassel (bei Spohr und Hauptmann) beurlauben. 1824 trat er in Kassel erstmals an die Öffentlichkeit. 1829 unternahm er eine viel umjubelte Konzertreise nach Paris und traf mit den besten französ. Violinisten, wie Habeneck, A. Kreutzer und Baillot, sowie mit Cherubini zusammen. 1830/31 gastierte er in Skandinavien, wo er vom dän. Kg. zum Prof. und von der Stockholmer Akad. zum Ehrenmitgl. ernannt wurde. 1832–61 wirkte er als Hofkapellmeister in Oldenburg. Daneben führten ihn Tourneen nach Wien (1834), London (1838), Skandinavien (1840) und Brüssel (1856). 1836 gab er in Salzburg ein Konzert, mit dessen Reinertrag er den Grund für den Mozart-Denkmalfonds legte. Nach seiner Pensionierung lebte er in Graz, wo er 1861–63 Dir. des Steiermärk. Musikver. war. P. galt als typ. Vertreter der Spohrschen Schule. Ein vorzüglicher Violinist mit brillanter Technik und ausdrucksvollem Adagiospiel, hatte er außer Paganini keine Konkurrenz. Er war auch ein erstrangiger Dirigent. Als Komponist hingegen sagte man ihm begrenzte themat. Erfindungskraft nach. Seine Frau, Aloyse P., geb. Winkler v. Forazest (1815–82), war eine angesehene Pianistin und Komponistin.

W.: 3 Violinkonzerte, op. 10, 15, 25; 3 Variationen für Violine und Orchester, op. 12, 16, 20; Symphonien; Ouverturen; Lieder.
L.: Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Fétis; Frank–Altmann; Gathy; Grove; Reissmann; Riemann 11; Schilling; Suppan; F. S. Gaßner, Universal-Lex. der Tonkunst, Neuausg. 1849; F. Bischoff, Chronik des Steiermärk. Musikver., 1890, S. 223; G. Linnemann, Musikgeschichte der Stadt Oldenburg (= Oldenburger Forschungen 8), 1956, S. 189 ff., 333 (mit Werksverzeichnis).
(Ch. Harten)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 38, 1981), S. 234
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