Prašil, Wilhelm Wenzel (1808-1870), Balneologe und Naturforscher

Prašil Wilhelm Wenzel, Balneologe und Naturforscher. * Taus (Domažlice, Böhmen), 5. 7. 1808; † Bad Gleichenberg (Stmk.), 19. 1. 1870. Sohn eines Fabrikanten; stud. 1832–37 an der Univ. Wien Med., 1840 Dr. med.; praktizierte einige Zeit am Allg. Krankenhaus in Wien und ließ sich dann als prakt. Arzt in Bad Tüffer (Laško, Unterstmk.) nieder. Ab 1843 wirkte P. als Brunnenarzt in Bad Gleichenberg, das in der Folge durch seine Tätigkeit einen bes. Aufschwung nahm (so erhöhte sich 1843–69 die Zahl der Kurgäste von 25 auf 2600 jährlich). Neben seiner balneolog. Praxis beschäftigte sich P. mit kultur- und naturhist. Stud. Er fand in den Mühlsteinlagern am Gleichenberger Kogel viele fossile Pflanzenreste (Hölzer, Pinuszapfen und Früchte) und in den Sandsteinbrüchen von Gossendorf Blattabdrücke. In den Wirrbergen, in Waldsberg, Kapfenstein und St. Anna a. Aigen entdeckte er fossile Tierreste, bei Riegersburg ein Dinotherium giganteum und fossile Fische sowie Mollusken. Er sammelte auch Mineralien und Gesteine, wobei sich diese Aufsmlg. durch bes. viele Formen an Basalten, Trachyten und Porphyren auszeichneten. P. war Mitgl. verschiedener gel. Ges. Nach ihm wurden mehrere fossile Pflanzen wie Alnus Prašilii und Ostrya Prašilii benannt.

W.: Plantae venenatae in territorio Vindobonensi sponte crescentes, 1840; Gleichenberg in seiner allmählichen Entwicklung zu einer Curanstalt, mit hist. Notizen der Heilquellen, 1850; Der Curort Gleichenberg und seine Umgebung. Ein Führer für Curgäste, 2 Bde., 1861–65; Berr. über den Kurort Gleichenberg in Grazer Tagesztg.; etc.
L.: Masaryk; Otto 20; Wurzbach; R. Steinbach, Österr. Botaniker des 19. Jh., die nicht an Hochschulen wirkten, phil. Diss. Wien, 1959, S. 74 f.
(K. Mecenovic)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 38, 1981), S. 243
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