Preisler, Jan (1872-1918), Maler

Preisler Jan, Maler. * Popowitz b. Beraun (Popovice, Böhmen), 17. 2. 1872; † Prag, 27. 4. 1918. Stud. 1887–95 an der Kunstgewerbeschule in Prag bei Ženíšek. War ab 1903 als externer Zeichenlehrer, 1908–12 als Zeichenlehrer (Akt) an der Kunstgewerbeschule in Prag tätig. 1913 Prof. für allg. Fächer, ab 1917 Prof. für Spezialfächer an der Akad. der bildenden Künste in Prag. P. war Gründungsmitgl. des Verbandes der bildenden Künstler Mánes, und Red.Mitgl. der Z. „Volné směry“. Stud.Reisen führten ihn nach Italien (1902), Paris (1906), Belgien, Holland und München (1913). P., eine führende Persönlichkeit des tschech. Symbolismus, gehört zu den Mitbegründern der Secession. Sein Schaffen, das sich durch gedankliche und formale Ursprünglichkeit sowie durch gefühls- und verstandesmäßige Ausgewogenheit auszeichnet, harmoniert mit den zeitgenöss. Richtungen in der tschech. Dichtkunst und Musik. P. konzentrierte sich auf einige wenige Themen, die er vieldeutig und dem Zeitstil gemäß zykl. verarbeitete. Ab 1910 bemühte er sich – im Einklang mit den damaligen Problemen der bildenden Kunst – um eine neue Gültigkeit der Farbe und um eine Neuordnung in der Komposition. Seine Interessen reichten von der Buchausstattung bis zur Monumentalmalerei.

W.: Frühling, 1900; Versuchung, 1901/02; Märchen, 1902; Schwarzer See, 1904/05; Frau und Reiter, Liebespaar, beide 1905; Frühling, Drei Mädchen im Wald, beide 1906; Gelbe Landschaft, Grüne Landschaft, Adam und Eva, Drei Mädchen nach dem Bad, alle 1908; Beim Bad, 1911/12; Frauen und Reiter, 1912; Drei Reiter, Der barmherzige Samariter, beide 1913/14; Versuchung, 1916/17; etc.
L.: Z. Kratochvíl, J. P. a V. H. Brunner, in: Volné směry 26, 1928/29, S. 265; A. Matějček, P. mládí. Léta závěrečná, in: Umění 17, 1945, S. 13; V. Rada, Příklad J. P., in: Výtvarné umění 7, 1957, S. 49; M. Salcman, Před dílem P., ebenda, 7, 1957, S. 170; J. Šetlík, Souborná výstava díla J. P., in: Umění XIII, 1965, S. 176; L. Hlaváček, P. krajinář, ebenda, XIII, 1965, S. 618; I. Thomaschke, J. P. 1872–1918, ein bedeutender Vertreter der tschech. Malerei um die Jh. Wende, in: Jb. der Staatlichen Kunstsmlg. Dresden, 1965/66, S. 69 ff.; Bénézit; Komenský; Masaryk; Otto 20, Erg.Bd. V/1; Thieme–Becker; Toman; A. Matějček–Z. Wirth, L’art tchèque contemporain, 1920, S. 26; F. Žákavec, Žeň J. P., 1920; A. Matějček, J. P., 1950; V. Novotný, Národní galerie 4, 1957, S. 23; J. Neumann, Die neue tschech. Malerei, 1958, S. 63; J. P., Praha 1964 (Kat.); Česká secese-umění 1900, Brno 1966/67, S. 74, 133 (Kat.); J. Kotalík, J. P., 1968.
(V. Kratinová)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 8 (Lfg. 38, 1981), S. 257
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